21.03.2020 10:44
Quelle: schweizerbauer.ch - ats
Hamster
Hamsterkauf: Blutige Überraschung vermeiden
Klein, aktiv und zurzeit in aller Munde: der Hamster. Vor dem Hamsterkauf empfiehlt sich eine genaue Auseinandersetzung mit der Hamsterart, ansonsten droht eine blutige Überraschung.

Mit ihren Knopfaugen sehen sie zwar herzig aus. Doch sie haben es faustdick hinter den Ohren. Und der Spruch, «Klein, aber oho!», sagt so ziemlich alles über diesen Nager aus. Hamster sind klein, stellen Halter aber vor einige Herausforderungen.

Wer denkt, mit einem Hamsterkauf dem Sprössling zuhause eine Freude zu machen, kann sich schwer täuschen. Denn - so putzig sie auch sind -, Hamster mögen es überhaupt nicht, herumgetragen und liebkost zu werden. Also eher etwas für Beobachter und nicht für tapsige Kinderhände.

Einzelgänger oder Gruppentyp?

Hamster gelten als Einzelgänger. Der berühmte Goldhamster trifft sich nur zur Fortpflanzung mit einem Partner und lebt ansonsten solitär, also allein. Dem muss unbedingt Rechnung getragen werden, ansonsten kann es zu bösen Überraschungen kommen. Die putzigen Tierchen bekämpfen sich nämlich bis aufs Blut.

Anders sieht es bei den drei Phodopus-Zwerghamsterarten aus. Diese leben in Gruppen. «Einzelhaltung ist bei diesen Arten daher nicht tiergerecht und kann zu krankhaften, wissenschaftlich nachgewiesenen Veränderungen führen, die an Depression oder Schizophrenie erinnern», heisst es im Merkblatt des Schweizer Tierschutzes.

Gruppenzusammensetzung kompliziert

Und wieder: Wer denkt, einfach ein paar Phodopus-Hamster zusammen würfeln zu können, der irrt. Die Zwerghamster-Gruppenzusammensetzung ist schwierig. Eine Empfehlung kann seitens des Tierschutzes nicht abgegeben werden. Ausprobieren und viel Glück sind gefragt. Und nicht zu früh freuen, den in «vielen Fällen kommt es nach einem halben Jahr oder einem Jahr zu tödlichen Beissereien unter den Tieren», so das Merkblatt.

Und ist dann einer «mause», wird es erst recht kompliziert, denn die «Vergesellschaftung erwachsener Tiere ist äusserst schwierig». Hamsterkäufe sollten deshalb im Vorfeld gut überlegt werden.

Zwei bis drei Jahre Freude

Hat man sich ausgiebig mit den Bedürfnissen und der Lebensart auseinandergesetzt und ich sich darüber im Klaren, dass ein Hamster kein Kinderspielzeug, sondern ein spannendes, kleines, mehrheitlich dämmerungs- und nachtaktives Tier zum Beobachten ist, dann kann man nach dem Hamsterkauf eine schöne Zeit mit dem Haustier verbringen.

Allerdings wird ein Hamster das Haus nicht so lange beehren wie eine Katze oder ein Hund, denn die Lebenserwartung der Tierchen liegt zwischen zwei bis drei Jahren. In der Natur halten sich Hamster in selbst gegrabenen, bis zu einem Meter tiefen Bauten mit Gangsystemen und mehreren Kammern auf. Ausser sie sind auf Nahrungs- oder Partnersuche. Wenn es kalt wird, ziehen sie sich in ihre Bauten zurück, ernähren sich dort von den gesammelten Vorräten und halten zweitweise Winterschlaf. 

Sehr bewegungsfreudig

Diese Lebensart hat selbstverständlich Auswirkungen auf die artgerechte Haltung von Hamstern in Gefangenschaft. Der Schweizer Tierschutz empfiehlt für die bewegungsfreudigen Tiere ein Gehege mit einer Fläche von mindestens einem Quadratmeter und einer Mindesthöhe von 60 Zentimetern. Der untere Teil des Hamstergeheges sollte aus mindestens einem 50 Zentimeter hohen Glas oder Plexiglas bestehen, welche komplett mit Einstreu (Kleintierstreu, Heu, Stroh, ungefärbtes Haushaltspapier) gefüllt ist.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Standort des Geheges. Dieses sollte an einem ruhigen, etwas dunklen Ort ohne direkte Sonneneinstrahlung stehen. Tagsüber muss Ruhe herrschen. Eine Seite sollte an der Wand stehen und Durchzug muss vermieden werden. 

Äste und Zweige für Zähne

Als Nagetiere brauchen sie geeignetes Nagematerial, also Äste und Zweige von ungiftigen Sträuchern und Bäumen (Hasel, Weide, Buche, ungespritzte Obstbäume) um ihre ständig wachsenden Schneidezähne abzunutzen. Neben verschiedenes Unterschlüpfen gehört in ein Hamstergehege auch ein Sandbad.

Flache Steine am Boden des Geheges helfen beim Abnutzen der Krallen und mit Klettermöglichkeiten kann der Raum des Geheges dreidimensional genutzt werden. 

Kälberknochen als "Leckerli"

Hamster sind Allesfresser (omnivoren). In speziellen Futtermischungen für Hamster sind Körner und Sämereien (Hirse, Hanfsamen, Haferflocken, Weizenflocken, Gerste, Roggen ect.), tierische Eiweisse und getrocknete Kräuter enthalten. Die Körnermischung sollte nicht ad libitum angeboten werden und mit Gemüse (Karotten, Zucchetti, Gurken, Broccoli, Kopfsalat) und Wildkräuter (Gänseblümchen, Spitzwegerich) ergänzt werden.

Heu sollte ständig vorhanden sein. Drei bis viermal pro Woche kann soll man dem Hamster tierisches Eiweiss (Insekten, Quark, Hackfleisch) verabreichen. Als Leckereien für Zwischendurch eignen sich kleine Kalbsknochen, eine Nuss in der Schale oder Hirsekolben. Ziemlich spannend die kleinen Nager. Wer mehr über Hamster erfahren möchte, findet hier weiterführende Informationen.

Hamsterkäufe 

Hortung, umgangssprachlich auch Hamstern genannt, bedeutet, Nahrungsmittel, Kleidung oder andere Konsumgüter, Geräte und Sachen über den Eigenbedarf bzw. die zum Ausgleich schwankender Verfügbarkeit nötige Speicherung hinausgehend zu bevorraten. 

Quelle: wikipedia


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