23.02.2017 07:50
Quelle: schweizerbauer.ch - Susanne Meier
Wildschweine
«Hier wüteten Wildschweine»
Wildschweine richteten im Jagdjahr 2014 in der Schweiz Schäden von mehr als 2 Mio. Franken an. Einer der betroffenen Bauern ist Ernst Bucher aus Stadel ZH. Er versucht, seine Kulturen zu schützen – ohne Erfolg. Haben Sie auch Schäden durch Wildschweine zu beklagen? Diskutieren Sie mit und stimmen Sie ab.

Ernst Bucher aus Stadel bei Niederglatt ZH steht auf einer seiner Wiesen. «Hier haben die Wildschweine gewütet», zeigt er die braunen Schollen, «gegenwärtig haben wir auf fast allen Grünflächen Schäden.»

2 Millionen Schaden

Bucher führt einen Milchwirtschaftsbetrieb mit Ackerbau und Grünland. Viele Flächen liegen am Waldrand. «Aus dem Wald kommen die Rotten in der Nacht», weiss der Landwirt, der seine Kulturen nicht schützen kann. «Den Mais haben wir eingezäunt, genützt hat es nichts. Sogar die Sonnenblumen wurden verwüstet.»

Laut Bucher hat das Schwarzwild derart Überhand genommen, dass die Jäger mit dem Abschiessen nicht nachkommen. «Daran ist auch die Gesetzgebung schuld. Es gibt so viele Auflagen, wann und welche Wildschweine geschossen werden dürfen, dass die Jagd nicht mehr effizient ist.» Bucher ist nicht der einzige Betroffene. In der Schweiz wurden im Jagdjahr 2014 Wildschweinschäden von mehr als 2 Mio. Franken gemeldet. Laut der Jagdstatistik wurden 2015 insgesamt 9390 Wildschweine abgeschossen. Angaben zum gesamtschweizerischen Wildschweinbestand gibt es nicht.

Einzäunen einzige Methode

Im Kanton Zürich richteten die Schwarzkittel im letzten Jahr Schäden an landwirtschaftlichen Kulturen im Umfang von 400'000 Franken an. «Das ist eine rekordhohe Zahl», bilanziert Jürg Zinggeler von der Jagd- und Fischereiverwaltung des Kantons Zürich: «Im langfristigen Trend steigt die Schadenssumme im Kanton an. Zudem wurden 1500 Sauen gezählt – auch das ein Rekord.»

Die Abschüsse würden tendenziell zwar ebenfalls zunehmen, sagt Zinggeler: «Viele Sauen zu schiessen, bedeutet aber nicht unbedingt, dass es weniger Schäden gibt.» Zinggeler kann betroffenen Bauern nur raten, ihre Felder einzuzäunen. «Im Moment ist das die wirksamste Methode, auch wenn sie keinen 100-prozentigen Schutz bietet. Einige Landwirte streuen Kugeln mit einem Duftstoff, der das Schwarzwild fernhalten soll.» Der Erfolg sei allerdings begrenzt.

Auch im Aargau wüteten die Wildschweine. Reto Fischer von der Sektion Jagd und Fischerei des Kantons Aargau: «Wir verzeichneten 2016 mit 550'000 Franken zwar sehr viele Schäden an landwirtschaftlichen Kulturen. Der Rekord stammt mit 800'000 Franken aus dem Jahr 2013.»

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