3.11.2017 17:01
Quelle: schweizerbauer.ch -
Fleisch
Importabhängigkeit bei Lammfleisch
In der Schweiz hat die Haltung von Schafen eine hohe Bedeutung. Für die Pflege und Offenhaltung der Landschaft sind die Schafe unentbehrlich. Obwohl die Nachfrage nach Lammfleisch stabil ist, werden Importe immer wichtiger.

Im vergangenen Jahr wurden in der Schweiz rund 3847 Tonnen verkaufsfertiges Schaf- und Lammfleisch produziert. Dies bedeutet einen Anstieg von 2 Prozent oder 76 Tonnen gegenüber den Jahren 2011 bis 2015. Im selben Zeitraum stiegen aber auch die Importe um 8,5 Prozent auf 6610 Tonnen an.

Der Selbstversorgungsgrad bei Lammfleisch sank in der Folge von 38 Prozent auf 37 Prozent. Konstant blieb hingegen der Lammfleischkonsum in der Schweiz mit rund 1,2 Kilogramm pro Kopf, wie das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) im Marktbericht Fleisch offenlegt.

Grosse Nachfrage nach Edelstücken


Der Schweizerische Schafzuchtverband (SSZV) sieht verschiedene Gründe für die Dominanz der Lammfleischimporte. Die Schweiz habe eine besonders grosse Nachfrage nach Edelstücken. Beim Lammschlachtkörper machen diese Stücke aber nur einen kleinen Prozentanteil aus. Bei den Importen aus Übersee hingegen sei die Selektion edler Stücke aufgrund des riesigen Angebots einfacher.

Den Absatz von Schweizer Lammfleisch würde eine bessere Sichtbarkeit in den Verkaufsregalen fördern. Oft werden aber Importedelstücke, welche häufig zu Aktionspreisen angeboten werden, besser platziert. Durch die Tierverkehrsdatenbank wird die angestrebte Integration der Schafgattung eine bessere Differenzierung vom Ausland ermöglicht. Denn die Rückverfolgbarkeit des Fleisches zum Produzenten stellt ein wichtiger Verkaufsfaktor für Schweizer Fleisch dar.

Produzentenpreise deutlich angehoben


Wie im Marktbericht weiter hervorgeht, wurden die Produzentenpreise trotz gestiegenem Angebot deutlich angehoben. Die Preise lagen 2016 sowohl für Schweizer Bio- wie auch QM-Lämmer rund 5 Prozent über dem Niveau von 2011-2015. Die Preisentwicklungen (am Beispiel von Gigot und Kotelett) im Detailhandel blieben weitestgehend stabil.


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