28.05.2014 06:13
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Forschung
In warmen Gebieten sind Insekten heller
Bei der Verbreitung von verschiedenen Libellen und Schmetterlingen in Europa spielen auch die Farbe der Tiere und die Umgebungstemperatur eine Rolle. Dies berichtet ein internationales Forscherteam im Fachjournal «Nature Communications».

«Dunkel gefärbte Insekten kommen - im Durchschnitt betrachtet - im Norden vor, hell gefärbte im Süden», sagte Erstautor Dirk Zeuss von der Universität Marburg.

Farben verändert

Diese Erkenntnis könne helfen, die Effekte des Klimawandels auf Insekten besser vorherzusagen. Dieser begünstigt nach Einschätzung der Forscher die hellen Exemplare. «In kühlen Klimaten können sich dunkle Arten besser aufheizen. Diesen Vorteil gegenüber helleren Arten verlieren sie durch den Klimawandel», sagte Zeuss.

Die Forscher stellten zudem fest, dass es in den vergangenen Jahrzehnten Farbveränderungen gab: «In den Gebieten, wo es wärmer geworden ist durch den Klimawandel, sind die Libellengemeinschaften im Mittel heller geworden.»

Insekten regeln Körpertemperatur durch Umgebungstemperatur

Insekten regeln ihre Körpertemperatur meist, indem sie die Wärme aus der Umgebung aufnehmen. Dabei ist unter anderem die Farbe der Körperoberfläche wichtig - dunkle Farben nehmen die Wärmeenergie besser auf als helle. «Bleichgesichter» wiederum schützen sich so leichter vor Überhitzung.

Die Forscher untersuchten nach Angaben der Universität Marburg 473 europäische Schmetterlings- und Libellenarten, um herauszufinden, wie die Farbe ihre geografische Verbreitung beeinflusst. Sie beobachteten, dass sich die Verbreitung von hellen und dunklen Libellenarten in Europa zwischen 1988 und 2006 verschoben hat - im Einklang mit den veränderten Durchschnittstemperaturen.

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