10.04.2017 07:08
Quelle: schweizerbauer.ch - Raphael Bissig
Uri
Initiative «Grossraubtiere» lanciert
Der Startschuss für die Initiative «Grossraubtiere» ist erfolgt. Benötigt werden 600 Unterschriften. Hinter dem Vorhaben steht ein Komitee.

Am vergangenen Donnerstag hat ein sehr breit abgestütztes Urner Komitee eine kantonale Initiative offiziell gestartet. Hinter der Initiative stehen nebst dem Bauern- und Bäuerinnenverband auch der Kleinviehzuchtverband, der Urner Jägerverein, die beiden Korporationen Ursern und Uri und eine beachtliche Anzahl Landräte aus den Fraktionen CVP, FDP und SVP.

Ebenfalls sind alle drei Urner Bundesparlamentarier involviert. Die Pressekonferenz fand auf dem symbolträchtigen Bergbetrieb von Theo Zurfluh aus Isenthal statt. Im letzten Jahr wurden nebst der Alp auch auf seinem Heimbetrieb mehrere Tiere vom Wolf gerissen.

Einfuhr verboten

Mit der kantonalen Volksinitiative «Zur Regulierung von Grossraubtieren im Kanton Uri» wird mit einem Absatz 2 eine Ergänzung im Artikel 49 der Kantonsverfassung gefordert. Der Kanton soll Vorschriften zum Schutz vor Grossraubtieren und zur Beschränkung und Regulierung des Bestandes unterlassen. Ebenfalls sollen Einfuhr, Freilassung und Förderung der Grossraubtiere explizit verboten sein.

Einer der Initianten ist Christian Arnold, Landrat und Meisterlandwirt aus Seedorf. Nach der Begrüssung erklärte er, dass der Kanton Uri im Vergleich mit dem Wallis oder Graubünden erst am Anfang der ganzen Raubtierproblematik stehe, trotzdem aber schon zahlreiche Ereignisse hinnehmen musste.

Keine Massentierhaltung

Die jetzige Strategie vom Urner Regierungsrat, z.B. nur mit Herdenschutz das Problem zu lösen, sei sehr kostspielig und auch nicht genügend umsetzbar. Es sei an der Zeit, dass die Urner Bevölkerung ein klares Zeichen setze gegen eine Weiterausbreitung von Grossraubtieren und diese Botschaft auch klar nach Bern sende.

Der Urner Bauernverbandspräsident Wendel Loretz, Silenen, unterbreitete noch einige Punkte aus Sicht der Landwirtschaft. Deutlich war zu hören, wie wichtig und zentral die Tierhaltung insbesondere auch auf klein strukturierten und abgelegenen Betrieben sei. 

Wegen des erhöhten Drucks durch Grossraubtiere werde es aber immer schwieriger, den Tieren eine artgerechte Haltung zu ermöglichen. Denn selbst im Auslauf seien die Tiere nicht mehr sicher, wie doch einige Beispiele aus Graubünden und Tessin zeigten. Da die Urner Landwirte keine «Massentierhaltung», die nur noch im Stall stattfinde, anstreben, fordern sie, dass schadenstiftende Grossraubtiere unbürokratisch und schnell eliminiert werden können. Res Gnos aus Erstfeld bestätigte in seiner Rede, dass sich auch der Urner Jägerverein klar für eine Regulation vom Grossraubwild einsetze. 

 

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