17.01.2014 07:30
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Forschung
Insekten-Königinnen schützen Geburtsvorrecht seit langem
Königinnen bei Wespen, Hummeln und Ameisen nutzen sehr ähnliche Chemikalien, um stets als einzige in ihrem Staat Nachkommen zu produzieren. Das chemische Signalsystem bei sozialen Insekten müsse sich schon vor sehr langer Zeit entwickelt haben, berichten belgische Wissenschaftler in der Fachzeitschrift «Science».

Das Team um Annette Van Oystaeyen von der Universität Leuven untersuchte das chemische Profil der Königinnen-Haut von Wespen, Erdhummeln und einer Ameisenart. Dabei entdeckten die Forscher, dass eine Chemikalien-Klasse, langkettige gesättigte Kohlenwasserstoffe, von allen Königinnen im Überschuss produziert wurde.

Testeten die Forscher diese Kohlenwasserstoffe an Gruppen von Arbeiterinnen ohne Königin, so blieben diese steril. In Abwesenheit einer Königin und ohne diese Stoffe entwickelten viele der Arbeiterinnen hingegen wieder fruchtbare Eierstöcke. Die Literatur zeige, dass gesättigte langkettige Kohlenwasserstoffe die Stoffklasse ist, die weitaus am häufigsten in hoher Konzentration bei Königinnen sozialer Insekten gefunden wurde - und das bei 64 Arten.

Dies bedeute, dass die Stoffe schon sehr früh in der Evolution die Funktion übernommen haben, Arbeiterinnen unfruchtbar zu halten, glauben die Forscher. Wahrscheinlich hätte sich diese Funktion seit der Aufspaltung der verschiedenen Gruppen der Hautflügler vor 145 Millionen Jahren bereits bei einzeln lebenden Tieren gebildet.

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