31.08.2017 14:54
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Vögel
Jura: Landwirtschaft bedroht Vögel
Die landwirtschaftliche Intensivierung hat nach dem Mittelland auch die Berglagen erfasst. Auch im Jura bedroht sie inzwischen die Vogelwelt: Dort gehe der Bestand an typischen Vogelarten wie der Heidelerche zurück, warnt die Vogelwarte Sempach. Das könnte jedoch nur die Spitze des Eisbergs sein.

Aus dem Mittelland hat sich die Heidelerche bereits zurückgezogen, nun ist sie auch im Jura gefährdet, schrieb die Vogelwarte am Donnerstag in einer Mitteilung. Grund dafür sei die fortschreitende Intensivierung der Landwirtschaft in den Berglagen, durch die wichtige Brut- und Lebensräume verloren gehen.

Untersuchungen für den Brutvogelatlas, die zwischen 2013 und 2016 im Jura durchgeführt wurden, hätten gezeigt, dass der Bestand von Heidelerche und Baumpieper markant zurückgegangen sind. Beides sind typische Arten der Waldweiden.

Die Heidelerche habe in den letzten 20 Jahren rund ein Drittel ihres Brutgebiets im Jura verloren, sagte Nadine Apolloni von der Vogelwarte gemäss der Mitteilung. «Die Heidelerche und der Baumpieper sind gewissermassen Gradmesser für den Zustand der Biodiversität in höheren Lagen.» Die Vögel seien nur die Spitze des Eisbergs.

Besonders problematisch seien landwirtschaftliche Praktiken wie der Einsatz der Steinfräse, mit der Unebenheiten des Geländes durch Zermalmen ausgeglichen werden. Die so planierten Flächen bringen zwar einen höheren Ertrag, allerdings gehen dabei auch wertvolle Mikro-Lebensräume verloren, schrieb die Vogelwarte.

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