10.04.2014 10:39
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Umwelt
Kamele «klimafreundlicher» als Kühe und Schafe
Kühe und Schafe haben einen schlechten Ruf: Sie gelten als Klimakiller, denn Wiederkäuer produzieren Methan und tragen so zum Treibhauseffekt bei. Kamele verdauen ähnlich, stossen aber weniger klimaschädliches Methan aus, wie Forscher der Universität Zürich und der ETH Zürich zeigen.

Sie fressen, kauen und verdauen und dabei hinterlassen Kühe und Schafe nicht nur die typischen Fladen und Köttel auf der Weide, sondern auch die dabei entstehenden Gase kommen wieder zutage. Weltweit stammen 20 Prozent der Methan-Emissionen von Wiederkäuern, wie es in einer Mitteilung der Universität Zürich vom Donnerstag heisst.

Forschung für geringeren Ausstoss

Weil das Gas in der Atmosphäre zum Treibhauseffekt beiträgt, suchen Forschende nach Möglichkeiten, die Methanproduktion von Wiederkäuern zu reduzieren, beispielsweise durch Futterzusätze. Über die Methanproduktion von anderen Tierarten ist vergleichsweise wenig bekannt.

Da Kamele, zu denen auch Alpakas, Lamas, Dromedare und Trampeltiere gehören, einen Vormagen mit mehreren Kammern besitzen und ihren Nahrungsbrei auch regelmässig hochwürgen und wiederkäuen, nahm man an, dass sie in gleicher Menge Methan produzieren wie Wiederkäuer.

Geringerer Stoffwechsel und weniger Methan

Ein vom Schweizer Nationalfonds gefördertes Projekt zeigt nun: In absoluten Mengen produzieren Kamele weniger Methan als Wiederkäuer mit vergleichbarer Körpergrösse. In Bezug zur verwerteten Futtermenge ist die Methanproduktion in beiden Gruppen jedoch gleich. «Die Ergebnisse zeigen uns, dass Kamele einen geringeren Stoffwechsel haben, somit weniger Futter benötigen und weniger Methan freisetzen als unsere Hauswiederkäuer», so der Veterinär Marcus Clauss von der Universität Zürich laut Communiqué. Der geringere Stoffwechsel von Kamelen könne erklären, warum sie vor allem in Gebieten mit Nahrungsknappheit – Wüsten- und kargen Bergregionen – erfolgreich sind.

Um den Anteil an produziertem Methan zu berechnen, sollten für Kamele andere Schätzwerte als für Wiederkäuer herangezogen werden, erklärt Clauss. Die Berechnung von «Methanbudgets» spiele eine wichtige Rolle in den Ländern in denen viele Kamele vorkommen, wie im Mittleren Osten oder in Australien sowie in Südamerika, wo viele Lamas und Alpakas leben.

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