16.04.2017 07:48
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Deutschland
Kaninchenbraten: Tierschutz rät zu Verzicht
Der Deutsche Tierschutzbund hat die Verbraucher vor dem Osterfest dazu aufgerufen, auf Kaninchenfleisch zu verzichten und nicht unbedacht lebende Tiere an Kinder zu verschenken. „In der Kaninchenmast werden noch nicht einmal die grundlegenden Bedürfnisse der Tiere gestillt“, erklärte die Referentin für Tiere in der Landwirtschaft beim Deutschen Tierschutzbund, Dr. Esther Müller.

Die Kaninchen lebten zusammengepfercht in Gitterkäfigen in schlecht belüfteten Hallen. „Mit der Idylle vom hoppelnden Kaninchen auf der grünen Wiese hat dies nichts zu tun“, so Müller. Nach ihren Angaben führt die Käfighaltung bei den Tieren zu Verletzungen und Geschwüren an den Pfoten. Hinzu kämen Verhaltensstörungen, wie Aggressivität oder Stereotypen, durch das mangelnde Platzangebot und nicht ausreichende Beschäftigungsmöglichkeiten.

Nach ihrer Einschätzung hat die 2014 in Kraft getretene Kaninchenverordnung keine weitreichenden Verbesserungen gebracht, denn nach wie vor sei die Käfighaltung ohne Freilauf gang und gäbe. Wer dennoch Kaninchenfleisch essen wolle, sollte Fleisch im Biomarkt oder von privaten Erzeugern mit artgerechte Haltung und Fütterung kaufen, empfahl Müller.

Sie wies zudem darauf hin, dass Kaninchen als Heimtier für Kinder denkbar ungeeignet seien, denn ständiges Hochheben, Streicheln und Knuddeln bedeute Stress für die Tiere. Außerdem sei es mit einem Käfig im Kinderzimmer nicht getan, denn die Tiere bräuchten viel Auslauf und müssten als soziale Tiere mindestens zu zweit gehalten werden.

Der Deutsche Tierschutzbund empfiehlt daher, sich vorab gründlich über die Bedürfnisse von Kaninchen zu informieren und sich nicht zu Spontankäufen verleiten zu lassen. Sollte nach gründlicher Überlegung die Entscheidung für Kaninchen gefallen sein, sei ein Gang ins Tierheim sinnvoll, denn dort würden tausende Tiere auf ein neues Zuhause warten.

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