15.05.2015 16:19
Quelle: schweizerbauer.ch -
Pferde
Klangfarbe und Dauer des Wieherns drücken Emotionen aus
Pferde produzieren beim Wiehern Töne in zwei unterschiedlichen Grundfrequenzen. Je nachdem, wie sich das Tier fühlt, variiert es diese in Höhe und Länge. Dies fanden Forschende der ETH Zürich jetzt heraus.

Dass Wiehern nicht einfach Wiehern ist, haben Pferdefreunde schon lange verstanden. Nun haben sich Forschende der komplexen Angelegenheit angenommen, und sie genau analysiert.

Wie die ETH am Freitag mitteilte, fanden sie heraus, dass Pferde zwei von einander unabhängige Grundfrequenzen kombinieren. Mit der Höhe jeder einzelnen Frequenz und der Dauer des Wieherns sagen sie, wie sie sich gerade fühlen.

Mit der einen Frequenz drückt das Pferd aus, ob seine Emotionen positiv oder negativ sind. Mit der anderem zeige es, wie stark das Gefühl ist, hält die Leitern des Forschungsprojekts, Elodie Briefer, in der Mitteilung fest. Die Ergebnisse der Studie wurden im Fachmagazin «Scientific Reports» veröffentlicht.

Auch Kopf- und Körperhaltung berücksichtigen

Die tiefere Grundfrequenz drückt die Intensität der Emotion aus und klingt umso höher, je aufgeregter das Tier ist. Die höhere Grundfrequenz steht für positiv oder negativ. Sie sinkt, je freudiger das Pferd ist. Positiv oder negativ ist zudem an der Dauer des Wieherns ablesbar. Kurz bedeutet positiv. Dazu kommen weitere Faktoren wie Kopf- und Körperhaltung und Verhalten.
Das Phänomen der Grundfrequenzen-Kombination sei noch in keiner früheren Studie beschrieben worden, obwohl es bei bewusstem Hinhören mit normalem Gehör wahrgenommen werden könne, heisst es in der Mitteilung. Dass Säugetiere zwei Grundfrequenzen benutzten, sei sehr selten. Wie die Pferde gleichzeitig Laute auf zwei verschiedenen Tonebenen erzeugten, wissen die Forschenden nicht genau.

Unterschiede zwischen Wild- und Heimpferden

Dem Zwei-Tonlagen-Wiehern kamen die Wissenschafter im Rahmen eines Forschungsprojekts auf die Spur, das sich mit der Evolution von Emotionsäusserungen bei verschiedenen Huftieren befasst.

Vor allem wollen sie herausfinden, ob es Unterschiede gibt zwischen domestizierten Tieren und ihren ungezähmten Verwandten. Vorgesehen seien hierzu unter anderem Vergleiche zwischen Reitpferden und Przewalski-Pferden, Haus- und Wildschweinen sowie Rindern und Bisons.

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