19.02.2013 13:22
Quelle: schweizerbauer.ch - sda/dpa
Forschung
Langsameres Atmen und weniger Essen lassen Würmer länger leben
Langsameres Atmen und weniger Essen lassen einige Würmer nach Erkenntnissen von Forschern aus den USA deutlich länger leben. Ob mit diesem Wissen Medikamente entwickelt werden können, die das Leben der Menschen verlängern, ist laut den Forschern noch offen.

«Wir haben sehr viele Mechanismen gefunden, mit denen das Leben von Würmern um bis zu 80 Prozent verlängert werden kann», sagte die US-Forscherin Cynthia Kenyon am Montag am Jahreskongress des US-Wissenschaftsverbands AAAS in Boston. Auch bei Mäusen und Fliegen gebe es diesen Mechanismus.

«Einige dieser Mechanismen scheinen eine Reaktion auf wahrgenommene Gefahr zu sein, als Weg für beispielsweise den Wurm, sich zu schützen. Aber wir kennen da noch nicht alle Details.» Die Fadenwurm-Art Caenorhabditis elegans steht im Mittelpunkt von Kenyons Untersuchungen.

Caenorhabditis elegans zählt zu den am intensivsten erforschten Lebewesen. Der nur etwa einen Millimeter lange Fadenwurm ist ein wichtiger Modellorganismus in der Genetik und der Entwicklungsbiologie.

Gemeinsam mit ihrem Team hat die Molekularbiologin weitere lebensverlängernde Mechanismen entdeckt: Würmer, die nicht gut riechen oder schmecken können, leben demnach etwa länger als Artgenossen, bei denen diese Sinne gut ausgeprägt sind. Ob diese Erkenntnisse jedoch in absehbarer Zukunft auch dazu dienen können, beispielsweise lebensverlängernde Medikamente für den Menschen zu entwickeln, sei noch nicht klar, sagte Kenyon.

Der AAAS-Kongress ging am Montag zu Ende. Rund 6500 Wissenschaftler diskutierten fünf Tage lang über ihre Forschungsprojekte und stellten neue Ergebnisse vor.

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