12.04.2015 16:43
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Forschung
Männchen zu schön fürs Brüten
Rotkopfregenpfeifer-Männchen mit ihrem bunten Federkleid übernehmen erst in der Nacht die Fürsorge für den Nachwuchs. Dies hat ein Zoologe der Universität Graz beobachtet. Das «schmucklose» Aussehen der Mütter erhöhe die Überlebenschancen der Brut, teilte die Hochschule am Mittwoch mit.

Der Zoologe Clemens Küpper hat das Brutverhalten des an australischen Sandstränden beheimateten Rotkopfregenpfeifers mit der Videokamera festgehalten. Er führte zudem ein Experiment mit naturgetreuen Nachbildungen von Vogelmännchen und -weibchen durch, die beim Gelege positioniert wurden.

Dies brachte den Nachweis, dass die scheinbare «Bequemlichkeit» der Vogelväter bei Tage dem auffälligen Gefieder geschuldet ist: «Gelege, die tagsüber von dezent gefärbten Weibchen bewacht wurden, überlebten die Brutzeit eindeutig besser als solche, denen am Tage bunte Männchenmodelle zur Seite gestellt wurden», sagte Küpper auf Anfrage der Nachrichtenagentur APA.

Tagsüber hätten es vor allem Raben, die sich stark visuell orientieren, auf die Eier abgesehen. In der Nacht seien vor allem Füchse, die sich auf ihren Geruchssinn verlassen, auf der Suche nach den Eiern. «Da spielt es keine Rolle, wer brütet», sagte der Zoologe.

«Die Vögel teilen sich die Fürsorge so ein, dass sie möglichst nicht entdeckt werden», ist Küppers Fazit. Gemeinsam mit seinem Team will Küpper nun die Vorteile des bunten Gefieders beim Regenpfeifer erforschen. Die Ergebnisse sind im Fachmagazin «Proceedings of the Royal Society B» veröffentlicht.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE