21.10.2013 12:00
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Schwalben
Mehlschwalben: Die Hälfte der 25'000 Nester sind bewohnt
Diesen Frühling haben weniger Mehlschwalben in der Schweiz gebrütet als 2012. Bei einer Art «Volkszählung» fanden Freiwillige dieses Jahr weniger besetzte Nester. Die Schweizerische Vogelwarte Sempach führt dies auf die Witterung zurück.

Der nass-kalte Frühling habe die Mehlschwalben am Brüten gehindert, teilte die Vogelwarte am Montag mit. Die Vogelwarte stützt sich auf vorläufige Ergebnisse einer landesweiten Zählung von Mehlschwalben-Nestern.  

Viele freiwillige Zähler 

Gefunden wurden in 730 Untersuchungsgebieten mehr als 25'700 Nester. Davon seien etwa 46 bis 48 Prozent besetzt gewesen, sagte Stephanie Michler von der Vogelwarte auf Anfrage. 2012 sei es etwa mehr als die Hälfte gewesen. Wenn Mehlschwalben im Frühling vom Süden in die Schweiz zurückkehren, suchen sie ihren alten Brutplatz auf. Alte beschädigte Nester werden wieder ausgebessert. 

Die Vogelwarte hatte im Mai die Bevölkerung dazu aufgerufen, sie bei der Suche nach der brütenden Mehlschwalbe zu unterstützen. Hunderte Personen folgten dem Aufruf und zählten die Nester der blauschwarz-weiss gefärbten Flugkünstlerin. Viele Meldungen gingen von Bäuerinnen und Bauern sowie von Schulklassen ein. 

Die grösste Kolonie wurde aus Ascona TI gemeldet. Diese bestand aus 567 Nestern, wovon 235 besetzt waren. 

Baumaterial vielerorts rar 

Die Mehlschwalbe baut ihre Nester aus Lehmklümpchen. In vielen Regionen ist es für diese Vögel wegen der Versieglung der Böden schwierig geworden, geeignetes Baumaterial zu finden. Dort brauchen sie Starthilfen für den Nestbau, oder sie sind auf Kunstnester angewiesen. 

Die grösste Mehlschwalben-Kolonie, die ganz aus Naturnestern bestand, wurde ebenfalls im Tessin gefunden. Sie bestand aus 239 Nestern. Davon waren 183 besetzt. 

Förderung optimieren 

Einen direkten Rückschluss darauf, wie viele Mehlschwalben in der Schweiz leben, ist aufgrund der aktuellen Zählung nicht möglich. Es gebe noch viele Lücken, sagte Michler. 

Die Resultate der Zählung würden helfen, ein klareres Bild über den Zustand der Mehlschwalbenkolonien in der Schweiz zu erhalten, schreibt die Vogelwarte. Damit könne die Förderung dieser Vögel optimiert werden.

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