23.05.2013 10:37
Quelle: schweizerbauer.ch - sda/dpa
Biologie
Mini-Frosch gehört zu «zehn skurrilsten Entdeckungen» von 2012
Nur ein Bruchteil der Artenvielfalt auf der Erde ist bisher bekannt. Zu den eigenartigsten Entdeckungen dieses Jahres gehören ein winziger Frosch und ein Affe mit leuchtend blauem Geschlechtsteil.

Ein nur sieben Millimeter grosser Frosch ist jetzt das kleinste bekannte Wirbeltier der Welt. Damit hat es der Winzling auf neue Liste der zehn skurrilsten Entdeckungen des Jahres 2012 geschafft. Der Frosch mit dem lateinischen Namen Paedophryne amauensis lebt im Regenwald von Papua-Neuguinea. Er wurde von der Universität von Arizona in Tempe für die Liste ausgewählt. 

Fleischfressender Schwamm 

Ein fleischfressender Schwamm begeisterte die Forscher mit seinen harfenähnlichen Armen. Es ist kein Wunder, dass er bisher verborgen blieb - Chondrocladia lyra lebt über drei Kilometer tief im Pazifik vor der Küste von Kalifornien. Viola lilliputana, ein Veilchen, das nicht einmal einen Zentimeter aus der Erde herausragt, hatte bisher unerkannt auf einer Ebene hoch in Perus Anden geblüht. Es dauerte ein halbes Jahrhundert, bis Biologen Proben aus den 1960er Jahren analysierten. 

Erstmals seit 28 Jahren stiessen Biologen in Afrika auf eine noch unbekannte Affenart. Das Lesula-Äffchen lebt versteckt in der Lonami-Region des Kongo. Es hat «menschenähnliche» Augen, männliche Tiere fallen ausserdem durch einen leuchtend blauen Hautstreifen über ihrem Hinterteil und dem Geschlecht auf. Männchen wie Weibchen sollen das Morgengrauen lautstark mit einer ihnen eigenen Art von Affentanz begrüssen. 

Jährlich werden 18'000 Arten entdeckt

Nach Schätzung des Instituts in Arizona teilen sich zurzeit zehn bis zwölf Millionen Arten den Lebensraum Erde. Mikroben seien nur am Rande mitgezählt, hiess es.  

Angesichts des rapide fortschreitenden Artenverlusts sollte die Suche nach unbekannten Lebewesen erheblich Tempo zulegen, forderte der Direktor des Internationalen Instituts für Artenerkundung in Tempe, Quentin Wheeler. Derzeit würden rund 18'000 Arten pro Jahr entdeckt. Ziel sei, die fehlenden 10 Millionen bis etwa 2065 zu identifizieren.

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