21.03.2017 14:53
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Spanien
Mit DNA-Proben gegen Hundekot
Eigentlich gehört es zum guten Ton, die stinkenden Häufchen des eigenen Hundes zu entfernen. Aber noch längst nicht jeder hat beim Gassi gehen Tüte oder Schäufelchen dabei. Die spanische Stadt Málaga setzt nun auf Hightech - und zwar mittels einer DNA-Datenbank für Vierbeiner.

Wer kennt das nicht: Ein Moment der Unaufmerksamkeit beim Spaziergang durch die Stadt und unter den Schuhen klebt ein stinkender Hundekot, das sich in jeder Rille des Profils festsetzt. Denn trotz der Androhung von Geldbussen verpassen es manche Herrchen und Frauchen regelmässig, die Hinterlassenschaften ihrer Hunde einzusammeln.

Mit Probe Kot zuordnen

Die Hundehalter der andalusischen Metropole haben einer Anordnung der Stadtverwaltung zufolge sechs Monate Zeit, um bei ihren Lieblingen eine Blutprobe entnehmen zu lassen. Wer das nicht macht, der muss zwischen 110 und 130 Euro Strasse zahlen. Derzeit sind in Málaga, einer Stadt mit einer halben Million Einwohnern, immerhin fast 100'000 Hunde mit einem Mikrochip ausgestattet und somit offiziell registriert.

Die DNA-Probe soll es zum einen ermöglichen, liegengebliebene Exkremente zuzuordnen und den Hund und sein Herrchen einwandfrei identifizieren zu können. «Aber so wollen wir auch ein weiteres wichtiges Problem angehen: Das Aussetzen von erwachsenen Hunden und nicht gewollten Welpen», hiess es in einer Mitteilung des Rathauses.

Massnahme mit Wirkung

Málaga ist die erste grosse Stadt in Spanien, die eine derartige Norm einführt. Zuvor hatten kleinere Gemeinden bereits Ähnliches ausprobiert. Auch in anderen Ländern gibt es bereits den genetischen Hundepfotenabdruck zur Häufchen-Bekämpfung, so etwa in mehreren US-Städten und in Neapel, sowie seit kurzem im italienischen Ort Malnate an der Schweizer Grenze. Auch einige Bezirke Londons nehmen seit dem vergangenen Jahr DNA-Proben.

«Wir wissen, dass sich durch diese Massnahme der Hundekot auf den Strassen dramatisch verringert», zitierte die Zeitung «El País» den Stadtrat für ökologische Nachhaltigkeit, Raúl Jiménez. Zwar drohen schon lange saftige Strafen für nicht entfernte  Häufchen - nun soll es aber nichts mehr nutzen, sich auf sein Glück zu verlassen und mit Bello oder Hasso nach dessen Geschäft schnell das Weite zu suchen.

Verständnis und Unverständnis

Umweltwächter und der örtliche Tierschutzdienst sollen künftig in Parks, auf Wiesen und Strassen Ausschau nach Hundedreck halten. Die Haufen werden dann zur Analyse ins Labor geschickt. Das koste jedes Mal etwa 18 Euro, rechnete «El País» unter Berufung auf das Rathaus vor. Die Stadt Málaga hat ihren Angaben zufolge 200'000 Euro aus ihrem Budget für die Datenbank eingeplant.

Die Reaktionen sind gemischt: Auf der Webseite der Zeitung «Sur» aus Málaga äusserten innerhalb weniger Stunden mehr als 100 Menschen ihre Meinung. «Ich habe selbst Hunde, und die Anordnung scheint mir richtig, zum Wohle aller», schrieb eine Frau. Eine andere Leserin meinte: «Der Schmutz in Málaga kommt also von Hunden? Und die Menschen werfen demnach also nichts auf die Strasse? Abfälle, Essensreste, menschliche Exkremente, Zigarettenstummel... Aber das scheint ja niemanden zu stören.»

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