29.05.2015 08:01
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Kolumbien
Mit Mücken Dengue-Fieber bekämpfen
Im Kampf gegen das Dengue-Fieber haben kolumbianische Wissenschaftler Moskitos ausgesetzt, die ein gegen die Viruserkrankung wirksames Bakterium in sich tragen. Sie liessen diese am Mittwoch in verschiedenen Zonen der Stadt París im Nordosten Kolumbiens frei.

Die Gelbfiebermücken (Aedes aegypti) tragen das Bakterium Wolbachia in sich, wie das «Programm zur Erforschung und Kontrolle von Tropenkrankheiten» (Pecet) erläuterte. «Es verhindert, dass das Virus sich im Körper der Mücken entwickelt und sie es daher nicht auf Menschen übertragen können.»

In den kommenden Monaten sollen wöchentlich in gleicher Anzahl männliche und weibliche Mücken ausgesetzt werden. Erstes Ziel sei, dass sich die Mücken in París ansiedeln. Die Forscher hoffen dann, dass das auf den Menschen nicht übertragbare Bakterium von Mückengeneration zu Mückengeneration weitergegeben wird. Im Endeffekt sollten die Dengue-Infektionen unter den Einwohnern der betreffenden Viertel zurückgehen. Das von der Universität von Antioquia betreute Projekt ist Teil eines auch in anderen Weltregionen laufenden Programms zur Ausrottung des Dengue-Fiebers.

In Kolumbien mit seinem tropischen Klima ist das Dengue-Fieber verbreitet. Seit Jahresbeginn wurden in dem lateinamerikanischen Land bereits fast 40'000 Erkrankungen erfasst. Die Viruserkrankung ist in Mittel- und Südamerika, Süd- und Südostasien sowie Afrika verbreitet. Es gibt keine Impfung gegen die Krankheit, deren Symptome denen einer schweren Grippe ähneln; in schweren Fällen kann es zu inneren Blutungen kommen.

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