5.09.2020 06:00
Quelle: schweizerbauer.ch - lid
Mais
Mit Uhu und Falke gegen Krähenfrass
Wenn Krähen über die frisch angesäten Maisfelder herfallen, kann es zu Ernteeinbussen von bis zu 100 Prozent kommen. Der Einsatz von Raubvögeln kann davor schützen – ist aber mit viel Aufwand verbunden.

Diesen Frühling habe er die Maisfelder, die er beschützt habe, zu 95% vor Krähenfrass schützen können, sagt Benjamin Gregor-Smith.

Er ist Falkner und hat kürzlich zusammen mit einem Berufskollegen die Swiss Falconry gegründet. Gemeinsam wollen die beiden noch mehr Landwirten helfen, ihre Felder vor Krähenfrass zu schützen. Der Kanton Basel-Land unterstützt diese Falkner-Einsätze finanziell, denn sie sind nicht ganz billig. Immerhin müssen die Felder täglich während 10 bis 12 Stunden beschützt werden – während mehrerer Wochen.

Auch die täglichen Trainings mit den Raubvögeln wie Falken, Bussarde und Uhus sind zu zweit einfacher zu handhaben. Und ab 2021 sollen die Raubvögel nebst Maisfeldern auch Rebberge vor Krähenfrass schützen. Das zeigt: die Falknerei könnte künftig auch in der Schweiz wieder einen wichtigeren Platz einnehmen.

Doch die Bewilligung zur Haltung von Raubvögeln zu bekommen, ist aufwändig. Dafür muss sehr viel Administration erledigt und ein FBA, eine fachspezifische berufsunabhängige Ausbildung für die Betreuung von Greifvögeln, absolviert werden. Und die Vögel brauchen eine offizielle Jagdbewilligung, da sie in der Schweiz als Waffen eingestuft werden.

Deshalb gibt es hierzulande nicht allzu viele aktive Falknereien – Gregor-Smith schätzt diese Zahl auf etwa 30. Ganz anders ist dies in dem Land, aus welchem er selber stammt: England. Dort gibt es etwa 2200 aktive Falknereien.

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