8.10.2013 07:28
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Forschung
Neues Evolutionsmuster für lang gestreckte Fische
Aale und Schlangen können ihre langgestreckten Körper in alle Richtungen bewegen. In der Evolution entstand diese Körperform mehrmals, entweder durch Strecken der Wirbelkörper oder durch zusätzliche Wirbel. Nun haben Zürcher Forscher aber einen dritten, nicht ganz so erfolgreichen Weg entdeckt.

Bei der ausgestorbenen Fischgattung Saurichthys hat das Team um Marcelo Sánchez-Villagra von der Universität Zürich einen zusätzlichen Wirbelbogen gefunden. Dabei handelt es sich um jene Auswüchse an den Wirbeln, die das Rückenmark umschliessen. Andere Fische mit länglichem Körper besitzen nur einen davon. 

Der extra Wirbelbogen führte bei Saurichthys curionii zur Längsstreckung des Körpers und einer aalförmigen Erscheinung, schreibt die Universität Zürich am Montag in einer Mitteilung. Den urtümlichen Fisch haben die Forscher in der Fundstätte Monte San Giorgio im Südtessin gefunden, die seit 2003 zum UNESCO-Welterbe gehört. 

Da nicht nur Skelettteile, sondern auch Sehnen und Sehnenansätze des urtümlichen Raubfisches erhalten geblieben sind, können die Wissenschaftler auch auf die Beweglichkeit und Schwimmfähigkeit der fossilen Fischgattung schliessen. Demnach war Saurichthys curionii wohl nicht so beweglich wie heutige Aale und konnte auch keine lange Distanzen mit hoher Geschwindigkeit schwimmen. 

Der rund einen halben Meter lange Fisch lasse sich von seiner Erscheinung und Lebensweise her am besten mit den heute lebenden, eher sesshaft lebenden länglichen Hornhechten oder Nadelfischen vergleichen.

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