7.10.2020 10:00
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Tierschutz
Pelztierfarmen geht es an Kragen
In Frankreich sollen Pelztierfarmen ab 2025 verboten werden. Der französische Pelzverband kritisierte das „beispiellose“ Verbot scharf.

In Frankreich sollen Pelztierfarmen ab 2025 verboten werden. Das hat Umweltministerin Barbara Pompili in der vergangenen Woche angekündigt. Ab sofort dürfen zudem keine neuen Farmen mehr eröffnet werden. Die Beziehung der Gesellschaft zu Wildtieren habe sich geändert, erklärte Pompili. Die Tiere würden nicht mehr nur als Bedrohung oder Beute angesehen, sondern zunehmend als Mitgeschöpfe verstanden, die respektiert und geschützt werden müssten. Diese Entwicklung sei das Kennzeichen einer Gesellschaft, die sich ihrer Verantwortung gegenüber der Natur und ihrer Abhängigkeit von der Umwelt zunehmend bewusst werde.

Neben dem Verbot von Pelztierfarmen ist vorgesehen, den Einsatz von Wildtieren in Wanderzirkussen sowie die Haltung von Delfinen und Schwertwalen einzuschränken und ferner die Haltungsbedingungen in Zoos zu verbessern. Der französische Pelzverband (FFF) kritisierte das „beispiellose“ Verbot scharf. Eine Branche und ihre Arbeitsplätze würden geopfert, um die Forderungen einer gesellschaftlichen Minderheit zu erfüllen. Der Verband kündigte an, das Verbot vor das französische Verfassungsgericht zu bringen. Laut FFF gibt es in ganz Frankreich derzeit vier Nerzfarmen, mit denen 2500 Arbeitsplätze verbunden seien.

Das Deutsche Tierschutzbüro forderte Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner auf, ebenfalls ein Verbot für Pelztierfarmen auf den Weg zu bringen. Laut der Organisation sind die Farmen in Österreich, Belgien und Großbritannien schon seit Jahren nicht mehr erlaubt. In Deutschland sei zwar die letzte Nerzfarm im vergangenen Jahr in Nordrhein-Westfalen geschlossen worden; ohne Verbot könnte allerdings jederzeit wieder ein Betrieb eröffnen.  

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