16.04.2019 10:15
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Bern
Petition fordert Wolfs-Abschuss
Die Mitglieder der Vereinigung zum Schutz von Wild- und Nutztieren im Kanton Bern (VSWN) hat eine Resolution verabschiedet, die den Abschuss von Wolf M76 verlangt. Der Wolfsmischling sei eine Gefahr für Mensch und Tier.

An der Hauptversammlung von vergangener Woche wurde einstimmig beschlossen, dass sich der VSWN aktiv für den Abschuss von M76 einsetzen und eine Petition zu Handen des Regierungsrates des Kantons Bern lancieren soll.

Bestossung der Alpen gefährdet


Der Wolf M76 hat im vergangenen Jahr mehrere Nutztiere gerissen. So sei er mehrmals in Schangnau BE aufgetaucht und habe Schafe gerissen, schreibt die Vereinigung in einer Medienmitteilung. Erst kürzlich wurden nach Angaben des VSWN im Raum Kemmeriboden zehn Wildtierrisse entdeckt. «Die Mitglieder der Vereinigung machen sich grosse Sorgen um die bevorstehende Alpsaison. Sie können und wollen nicht länger zusehen, wie M76 wieder bis zu 30 Nutztiere reisst», heisst es weiter.

Werde jetzt nicht gehandelt, sei die Gefahr gross, dass in Zukunft die Bestossung der Alpen unmöglich werde. Nicht nur die Landwirtschaft, sondern auch der Tourismus würde darunter leiden, macht die Vereinigung deutlich.

Mischlinge unberechenbar

Die VSWN befürchtet zudem, dass M76 auch Menschen angreifen könnte. In der Schweiz würden keine reinrassigen Wölfe leben, sondern vor allem Mischlinge. «Wolfsmischlinge sind durch ihren Hund-Anteil zutraulicher, durch ihren Wolfsanteil jedoch gerade deshalb sehr unberechenbar und gefährlich», warnt die Vereinigung.

Sie liess im vergangenen Jahr DNA-Proben von sieben Wölfen untersuchen. Das Resultat zeigte in allen Fällen keine Reinrassigkeit. «Somit kann davon ausgegangen werden, dass die meisten bei uns lebenden Wölfe sogenannte Wolfsmischlinge sind und auch nicht geschützt sind», erklärte Präsident Thomas Knutti vergangene Woche an der Hauptversammlung.

M76 hat keine Scheu

Die Tatsache, dass M76 keine Menschenscheu hat, lasse vermuten, dass er ein Wolfsmischling (Hybride) ist, heisst es in der Mittelung. «Aufgrund dieser Tatsache müssen der Regierungsrat und Bundesrat nun dafür sorgen, dass dieser per sofort zum Abschuss freigegeben wird», so die unmissverständliche Forderung der Vereinigung.  Darin wird auch gefordert, dass bei erheblichen Schäden auch reinrassige Wölfe zum Abschuss freigegeben werden können.

Mit der Petition wollen die Mitglieder primär erwirken, dass der Berner Regierungsrat M76 zum Abschuss freigibt. Die gesammelten Unterschriften werden im Juni 2019 dem Regierungsrat übergeben.

Petition

Die Bevölkerung von Schangnau und Umgebung macht sich grosse Sorgen die Alpen diesen Sommer zu bestossen und anzusehen, wie viele ihrer Nutztiere M76 wiederum zum Opfer fallen. Mit grosser Wahrscheinlichkeit handelt es sich bei M76 um einen Wolfsmischling (Hybriden) und steht somit nicht unter Schutz

Die Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Schangnau und Umgebung fordern mit sofortiger Wirkung, dass das Grossraubtier M76, gemäss Art. 12 Abs. 2 des Bundesgesetzes sowie Art. 9 der Kantonalen Jagdverordnung, zum sofortigen Abschuss freigegeben wird.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE