20.03.2019 10:27
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Deutschland
Pfeil und Bogen gegen Schweinepest
Im deutschen Bundesland Brandenburg sollen die Wildschweinbestände zukünftig auch mittels Pfeil und Bogen reduziert werden und damit präventiv ein mögliches Ausbreitungsrisiko der Afrikanischen Schweinepest (ASP) eingedämmt werden.

Wie das Landwirtschaftsministerium am Dienstag vergangene Woche mitteilte, will die oberste Jagdbehörde des Landes Brandenburg eine entsprechende Ausnahmegenehmigung vom Jagdverbot für das Gebiet Stahnsdorf und Kleinmachnow erteilen.

Wissenschaftlich begleitet

Der zuständige Jagdpächter hatte dafür einen Antrag gestellt, der nun mit gewissen Auflagen genehmigt werden soll. Das in Deutschland bisher einmalige Vorgehen soll dem Ministerium zufolge wissenschaftlich begleitet werden, um die tierschutzgerechte Anwendung von Pfeil und Bogen nachzuvollziehen und die Gefährdungswirkung durch die Pfeile sowie die Akzeptanz bei der Bevölkerung genauer beurteilen zu können.

Auch sei zu bewerten, ob es tatsächlich erforderlich sei, mit Pfeil und Bogen zu jagen, oder ob herkömmliche Methoden mit Schusswaffen und Saufängern ausreichten. Nach Angaben des Agrarressorts in Potsdam wird die Wildökologische Forschungsstelle des Landeskompetenzzentrums Forst Eberswalde die wissenschaftliche Begleitung für das Projekt ausschreiben. Erst wenn das Vergabeverfahren abgeschlossen sei, werde der Bescheid erteilt.

Wildschweinabschuss bleibt primäre Massnahme

Dieser werde zudembefristet und den jagenden Personenkreis auf besonders qualifizierte Personen einschränken. Moderne Jagdpfeile- und -bögen ermöglichen laut Ministerium inzwischen, selbst stärkstes Wild tierschutzgerecht zu töten. Dies würden die Erfahrungen in vielen Ländern in Europas und weltweit zeigen, in denen die Bogenjagd bis heute erlaubt sei.

Das Potsdamer Landwirtschaftsministerium stellte indes klar, dass die Jagd mit Pfeil und Bogen auch weiterhin nur eine von mehreren Massnahmen sei, um die Schäden durch Wildschweinbestände in Kleinmachnow und Stahnsdorf zu verringern. Sie sei auch nicht der primäre Lösungsansatz. Wichtige Massnahmen zur Verringerung des Schwarzwildbestandes und damit gegen eine mögliche Ausbreitung der ASP seien ein absolutes Fütterungsverbot, die Aufforderung, alle Grundstücke schwarzwildsicher einzuzäunen, Saufänge aufzustellen und verstärkt mit dem Gewehr zu jagen.

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