13.07.2016 06:37
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Forschung
Raben: Enge Freunde beste Lehrer
Soziale Beziehungen sind auch bei Tieren ausschlaggebend für die Informationsweitergabe in einer Gruppe: Am besten funktioniert das Lernen von anderen bei engen Freunden und Geschwistern. Das haben Biologen der Universität Wien am Beispiel von Raben gezeigt.

Tiere beobachten einander, um neue Informationen über potenzielle Nahrungsquellen oder Raubfeinde zu erhalten; das Wissen breitet sich oftmals auf die ganze Gruppe aus. Aus bisherige Studien weiss man zwar, dass räumliche Nähe zwischen Artgenossen das Lernen fördert, heisst es in einer Mitteilung der Uni Wien. Aber nicht alle Beziehungen haben dabei den gleichen Einfluss.

Die Forschenden um Christine Schwab und Thomas Bugnyar von der Uni Wien lehnten ihre Analyse des Sozialverhaltens von Raben an Studien über das komplexe Sozialverhalten von Menschen an. Dabei hat sich nun allerdings gezeigt, dass bei Raben Freunde und Geschwister eine Sonderstellung beim Beobachten und Voneinander-Lernen haben. Davon berichten die Biologen im Fachjournal «Royal Society Open Science».

Für die Studie wurde nur ein Rabe für eine neue Aufgabe angelernt. Danach haben die Forscher beobachtet, wie das neue Wissen sich in der Gruppe verbreitet. Das Ergebnis: Vor allem Raben, die freundlich miteinander umgingen und etwa nahe beieinandersassen oder einander das Gefieder kraulten, lernten neue Fähigkeiten früher.

Es zeigte sich, dass die engen sozialen Beziehungen die gegenseitige Toleranz erhöhen, und dadurch die Raben mit dem neuen Wissen von ihren engen Freunden aus nächster Nähe bei der Aufgabenbewältigung beobachtet werden durften. «Insbesondere bei jungen Raben bestehen diese engen Beziehungen - vor allem zwischen Geschwistern -, was auch die Bedeutsamkeit verwandtschaftlicher Bindungen zeigt, die beim Lernen helfen», schrieb die Uni Wien.

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