2.04.2014 10:07
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Bern
Rätsel über Felchen im Thunersee bleibt ungelöst
Im Thunersee hat in den letzten Jahren der Anteil an Felchen mit veränderten Geschlechtsorganen abgenommen. Der Rückgang ist ebenso rätselhaft wie das gehäufte Auftreten der Deformationen um die Jahrtausendwende.

Dennoch gibt es Verdachtsmomente: die bei den Bauarbeiten am Lötschberg-Basistunnel eingesetzten Chemikalien. Dies schreiben die bernische Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion und die Volkswirtschaftsdirektion in einer gemeinsamen Mitteilung vom Mittwoch.

Chemikalien von Tunnelbau verantwortlich?

Die Chemikalien gelangten durch die Kander in den Thunersee. Dieser Spur ging man schon früh nach, doch Untersuchungen ergaben keine Hinweise darauf, dass diese Chemikalien die Deformationen der männlichen Geschlechtsorgane, sogenannte Gonadenveränderungen, hervorrufen.

Auch bei einer Neubeurteilung der beim Neat-Tunnelbau verwendeten Chemikalien fanden sich nach Angaben der Behörden keine Stoffe, die das Potenzial haben, die Gonadenveränderungen auszulösen. Da das rätselhafte Phänomen im Thunersee aber einige Jahre nach Baubeginn am Lötschberg auftrat, und nun vier Jahre nach Abschluss der Bauarbeiten wieder abflacht, bleiben hier gewisse Verdachtsmomente bestehen, wie die beiden Direktionen in ihrer Mitteilung weiter schreiben.

See wird weiter überwacht

Als das Phänomen um die Jahrtausendwende auftrat, sorgte es international für Aufsehen. Breit angelegte Untersuchungen versuchten, das «Rätsel vom Thunersee» zu lösen. Vergeblich. Einzige Erkenntnis war, dass offenbar der von den Fischen gefressene Plankton eine Rolle spielte.

Seit 2010 hat der Anteil der Felchen mit Gonadenveränderungen deutlich abgenommen. Im letzten Jahr wurden kaum mehr Männchen mit veränderten Geschlechtsorganen gefangen. Die kantonalen Fachstellen werden den Thunersee weiterhin überwachen.

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