21.02.2013 07:12
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Antilopen
Rückschlag bei Auswilderung - Arabische Oryx immer noch bedroht
Die Arabischen Oryx im Zoo Zürich haben Nachwuchs. Doch weil der kleine Nadir mitten im Winter auf die Welt gekommen ist, muss er zurzeit noch mit seiner Mutter im Stall bleiben. Wilderei gefährdet die zuvor erfolgreiche Auswilderung der Tiere.

Der Lebensraum der weissen Antilopen ist die Wüste. Da auch dort die Temperaturen nachts unter Null Grad fallen, können Oryx auch Kälte ertragen. Doch die Jungen sind sogenannten «Ablieger», wie Zoo-Kurator Robert Zingg am Mittwoch sagte. Das bedeutet, die Jungtiere folgen der Mutter nicht überall hin, sondern liegen meist gut getarnt an einem schattigen Platz.

Gefahr der Auskühlung

Sie stehen nur auf, um zu trinken, oder wenn die ganze Gruppe einen Ortswechsel vornimmt. Bei den winterlichen Verhältnissen, die zurzeit in Zürich herrschen, würde Nadir im Freien zu sehr auskühlen. Erste Bekanntschaft mit dem Schnee hat er zwar schon geschlossen, aber die meiste Zeit liegt er auf wärmendem Stroh im Stall.

Im Gegensatz zu den erwachsenen Tieren ist sein Fell noch beige. Ausserdem fehlt ihm auch noch die markante schwarz-weisse Gesichtsmaske und von den langen, säbelförmigen Hörnern sind erst kleine Stummel zu sehen.

Perfekt an das Leben in der Wüste angepasst

Die Wüstenbewohner sind perfekt an das Überleben in heissem, trockenen Klima angepasst. So kann die Körpertemperatur der Oryx tags auf rund 40 Grad ansteigen, um nachts dann wieder zu sinken. Auch das weisse Fell schützt vor Überhitzung. Mit ihren «Plattfüssen», also besonders breiten Hufen, können sich die Tiere im Sand gut fortbewegen.

Ursprünglich waren die Oryx in den Wüsten der Arabischen Halbinsel bis Sinai und Mesopotamien weit verbreitet. Doch die Jagd mit modernen Waffen führten dazu, dass die Art 1972 als ausgerottet galt. Drei Tiere konnten um «zwei vor zwölf» gefangen werden, wie Zingg sagte. Mit einigen Tieren aus privater Haltung wurde daraus eine erfolgreiche Erhaltungszucht aufgebaut.

1979 kamen die ersten Arabischen Oryx nach Zürich. Ab 1982 wurden immer wieder Tiere ausgewildert, zuerst im Oman. Das Projekt verlief laut Zingg «überraschend erfolgreich» und die Zootiere kamen in freier Wildbahn gut zurecht. Doch wieder aufkommende Wilderei verpasste dem Projekt einen schweren Rückschlag, so dass die Art immer noch als bedroht gilt.

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