11.05.2017 12:04
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Schwyz
Schwäne verärgern Landwirt
Schwäne sorgen in Brunnen SZ für Unmut. Die Vögel verschmutzen das Gras von Familie Reichlin. Dem Kanton sind noch die Hände gebunden. National- und Ständerat wollen den Schutz lockern.

Die Familie Reichlin aus Brunnen SZ ärgert sich über die Schwäne. Manchmal tummeln sich mehr als 10 Tiere auf ihren Feldern. «Es ist der Horror, die Schwäne verkoten unser gesamtes Land», sagt Landwirtin Hedy Reichlin gegenüber dem «Boten der Urschweiz».

Schwäne lassen sich nicht vertreiben

«Der Landschaden im Gras durch das Verkoten und das Niederdrücken bereitet uns Probleme. Zudem fressen die Schwäne auch eine erhebliche Menge des Futters», sagt Martin Reichlin gegenüber 20 Minuten Online. Durch den Kot werde das Gras verschmutzt. Seine Familie müsse deshalb den Kot in mühseliger Handarbeit entfernen. «Das bezahlt uns niemand», sagt Reichlin.

Reichlins haben auch versucht, die ungebetenen Gäste zu vertreiben. «Das nützt nichts. Sie lassen sich nicht mehr wegjagen. Oder sie kehren sofort zurück», so der Landwirt. Die Schwäne sind normalerweise von Ende Oktober bis Ende April in den Feldern von Reichlin. Doch in diesem Jahr bleiben die Vögel länger. «Wir wissen nicht, weshalb sie nicht weggehen. Normalerweise begeben sie sich sonst um diese Zeit ins Wasser», fährt er fort.

Der Höckerschwan - namensgebend ist der schwarze Höcker über dem Schnabel - ist in der Schweiz ursprünglich nicht heimisch. Gemäss dem Bundesamt für Umwelt wurde er im 17. Jahrhundert in Parkweihern ausgesetzt.

Bund verweigerte Regulierung

Das Problem mit den Schwänden ist nicht neu. Sie sind seit mehreren Jahren auf dem Land von Reichlin anzutreffen. Er fordert, den Bestand deutlich zu reduzieren. So wäre das Problem gelöst, sagt der Schwyzer Landwirt gegenüber 20 Minuten Online.

Das kantonale Amt für Natur, Jagd und Fischerei wollte den Bestand bereits reduzieren. Nicht nur in Brunnen, sondern auch in Steinen und im Naturschutzgebiet Nuoler Ried gibt es gemäss Vorsteher Thomas Fuchs «übermässig grosse Schwanenpopulationen». Der Kanton wollte beim Bund deshalb eine Bewilligung für die Regulierung des Schwanenbestandes einholen. Doch Bundesbern erteilte eine Absage.

Schutz wird gelockert

Doch für die Bauern gibt es Hoffnung. Das Parlament hat sich für eine Lockerung des Schutzes für Schwäne entschieden. Eine Motion wurde überwiesen. Der Bundesrat wird damit beauftragt, den Höckerschwan in der eidgenössischen Jagdverordnung auf die Liste jener Arten zu setzen, deren Bestände reguliert werden können, bevor sich Konflikte abzeichnen.

Die Motion hatte der ehemalige Nidwaldner CVP-Ständerat Paul Niederberger eingereicht. Die Höckerschwäne hätten sich mangels natürlicher Feinde und dank des gesetzlichen Schutzes ungestört vermehrt, argumentierte er. In Nidwalden habe die Population überhandgenommen. Die Tiere hätten an Sympathie verloren, weil sie Wiesen und Spazierwege verkoteten. Zudem hätten sie das Gras der Bauern verschmutzt. 

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