11.09.2014 16:43
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Seide
Schweizer Seide feiert Comeback
Der Vereinigung Swiss Silk ist ein weiterer Schritt in der Wiederbelebung der Schweizer Seidenproduktion gelungen. Nach einer fünfjährigen Aufbauarbeit wird im Inland wieder genügend Rohseide produziert, um erste Produkte herzustellen.

Nach einer 100 jährigen Pause sind ab 19. September in der Schweiz erstmals wieder Textilien aus Schweizer Seide zu kaufen. Mit einer Krawatten-Kollektion wird ab dann die Marktfähigkeit der Schweizer Seide getestet, wie der Verein am Mittwoch mitteilte.

20 Kilo Schweizer Rohseide in diesem Jahr

Die Wiederbelebung dieses ehemals bedeutenden Wirtschaftszweiges begann 2009. Damals haben sich innovative Bauern mit Vertretern der Schweizer Seidenindustrie zum Verband Swiss-Silk zusammengeschlossen mit dem Ziel, die Seidenraupenzucht und damit die Herstellung der Rohseide in der Schweiz wieder zu beleben.

In diesem Jahr werden rund 20 Kilogramm Rohseide produziert. Mit dieser Menge hat der Verband den Schritt zur kommerziellen Produktion von Seidenprodukten gewagt. Der Verein ist überzeugt, dass Schweizer Seide als Nischenprodukt gute Chancen hat.

Einerseits weil eine wachsende Zahl der Konsumenten Wert auf die Überprüfbarkeit der Herkunft und der Herstellungsweise Wert lege. Andererseits weil der Verkaufspreis der Produkte dank direkter Zusammenarbeit aller Produktionspartner nur geringfügig höher ausfallen soll als für ausländische Seidenwaren.

Anspruchsvolle Aufzucht

Gelingt die Markteinführung kann die Schweiz an eine lange Tradition anknüpfen. Bereits im 13. Jahrhundert ist die Produktion von Seide in Zürich belegt. Im Tessin waren Seidenraupenzuchten bis ins 19. Jahrhundert ein wichtiger Wirtschaftszweig. Mit der Ausweitung des internationalen Handels begann jedoch der Abstieg. 1914 wurde im Tessin die letzte Seidenproduktion eingestellt.

Die Aufzucht der Insekten ist anspruchsvoll. Denn Seidenraupen fressen ausschliesslich die Blätter des weissen Maulbeerbaues und gedeihen nur, wenn Temperatur und Luftfeuchtigkeit stimmen. Eine übliche Einheit von 20'000 Seidenraupen frisst gegen Ende der 30-tägigen Aufzucht rund 100 Kilogramm Maulbeer-Blätter pro Tag, bis zur Verpuppung sind es insgesamt 600 Kilogramm.

Für das Schweizer Klima hat sich der Maulbeerbaum der Sorte Kokus 21 als geeignet herausgestellt. Mehrere Bauern haben damit begonnen, den Baum in Plantagen anzubauen. Die Blätter werden frisch geerntet und täglich zwei Mal verfüttert.

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