26.07.2018 13:20
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Schaffhausen
SH: Lage für Fische prekär
Im Rhein bei Schaffhausen wird die Lage für die Fische immer angespannter. Wegen der hohen Temperaturen sinkt der Sauerstoffgehalt im Wasser, was besonders den Äschen und Barben zusetzt. Abhilfe schaffen «Kühlzonen» für die Fische.

Bisher seien im Rhein zwar erst einzelne tote Fische aufgefunden worden, sagte der Schaffhauser Fischereiaufseher Patrick Wasem am Donnerstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. «Doch es wird langsam eng.»

Rhein hat 25 Grad

Ab 23 Grad zeigen die Äschen laut Wasem erste Stresssymptome und suchen vor allem schattige Plätze auf. Bei 24 bis 25 Grad werde es heikel für die Fische. Bei Neuhausen SH stieg die Rhein-Temperatur am Mittwoch erstmals auf ein Maximum von 25 Grad.

Im Hitzesommer 2003 kam es im Rhein zwischen Stein am Rhein und Schaffhausen zu einem Massensterben: Fast 95 Prozent der Äschen verendeten. Aus dieser Erfahrung haben die Behörden an mehreren Bachzuflüssen zum Rhein eine Handvoll Kühlzonen ausgehoben: In diesem kühleren Wasser finden die Fische Zuflucht, wenn der Rhein ihnen zu heiss wird.

Fische in Ruhe lassen

Einige der Kühlungsstellen wurden vorsorglich geschaffen, andere in den vergangenen Tagen dank Spezialbewilligungen ausgebaggert. Die Zonen sind abgesperrt. «Es ist wichtig, dass die Leute die Fische dort in Ruhe lassen», sagte Wasem. Baden oder Böötlen sei dort tabu. Auch andere Kantone, beispielsweise der Kanton Aargau, rufen Passanten dazu auf, Rückzugszonen der Fische an tieferen Wasserstellen zu meiden.

Um Fische vor austrocknenden Flüssen und hohen Wassertemperaturen zu retten, werden derzeit landauf landab Fische aus Bächen entfernt, um in grösseren Gewässern wieder ausgesetzt zu werden. Beim Rhein ist das Abfischen wegen der Grösse aber nicht möglich.

«Katastrophe» befürchtet

Beim Rhein heisse es jetzt Abwarten, sagte Wasem. Die Wetterprognose verspricht vorerst keine Entspannung, was den Fischereiaufseher nicht gerade zuversichtlich stimmt. Nötig für eine Entschärfung der Lage wären mehrere Tage mit Regen, tieferen Temperaturen und stärkerem Wind.

Gar von einer bevorstehenden «Katastrophe» spricht Philipp Sicher, Geschäftsführer des Schweizerischen Fischereiverbandes, gegenüber der Sendung «HeuteMorgen» des Schweizer Radios SRF vom Donnerstag. Da vor allem in der Ostschweiz keine Abkühlung in Sicht sei, werde es wahrscheinlich zu einer Katastrophe kommen.

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