8.10.2015 06:39
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Forschung
Spatzen im Winter wasserdichter
Spatzen können die Wasserdurchlässigkeit ihrer Haut mit der Jahreszeit ändern. So können sie ihren Wasser- und Temperaturhaushalt auch im kältesten, trockenen Winter im Gleichgewicht halten, wie US-Forscher berichten.

Warmblüter müssen sowohl gut «imprägniert» sein, um bei Hitze möglichst wenig kostbares Wasser zu verlieren, aber auch «durchlässig», um sich durch Verdunstung zu kühlen. Vögel verlieren etwa zwei Drittel des Körperwassers durch die Haut, wie Alex Champagne von der University of Southern Indiana in einer Mitteilung vom Mittwoch erklärte.

Er und sein Team wollten wissen, ob Vögel sich dabei an Winter- und Sommerbedingungen anpassen. Sie fingen 11 Spatzen im Sommer und 8 im Winter und analysierten die Fette in diversen Hautschichten. Es zeigte sich, dass die Wasserdurchlässigkeit der Haut im Sommer fast doppelt so gross war wie im Winter, wie die Forscher im «Journal of Experimental Biology» berichten.

Verblüfft stellten die Forscher mit Hilfe von Absorptionsanalysen von Infrarotlicht fest, dass die Vögel das Ausmass ihrer Wasserfestigkeit durch das Einlagern verschiedener Fette in der Haut saisonal variieren. Im Winter lagern sie mehr Fette ein, und zwar unterschiedliche Fettsubstanzen (Lipide) in den oberen und unteren Hautschichten.

Insbesondere in tiefen Hautschichten halten Lipide wie Ceramid und Cerebrosid die Wassermoleküle gut fest. Diese Schichten sind am besten imprägniert und mit Wasser angereichert. «Vögel können die Anordnung von Fetten in ihrer Haut saisonal anpassen», lautet das Fazit der Wissenschaftler. Dies diene höchstwahrscheinlich zur Anpassung an wechselnde Temperaturen und Feuchtigkeit in ihrer Umwelt.

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