6.06.2014 07:14
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Wallis
Stärkere Wiedehopfe ergattern bevorzugte Wohnlagen
Es ist wie im echten Leben: Im Wallis sind die für Wiedehopfe besten Wohnlagen im Frühling stets als erste besetzt - und die Gewinner sind grösser, stärker und älter als ihre Konkurrenten. Anhand dieser Hackordnung könnten schützenswerte Lebensräume identifiziert werden, schlagen Schweizer Forscher vor.

Das Team um Matthias Tschumi von der Universität Bern fand keine anderen offensichtlichen Unterschiede, an denen sich Naturschützer orientieren könnten - etwa beim Lebensraum, der Vegetation oder der verfügbaren Nahrung. Zur Brutzeit fressen Wiedehopfe am liebsten Maulwurfsgrillen.

Es zeigte sich jedoch deutlich, dass Vögel mit den Top-Residenzen am erfolgreichsten Nachwuchs grosszogen. Dies berichten die Forscher unter Leitung von Raphaël Arlettaz von der Walliser Feldstation der Vogelwarte Sempach im Fachjournal «PLOS One». Während die Männchen mit den besten Nistplätzen Merkmale von Dominanz aufwiesen - grösser, stärker und älter waren - unterschieden sich Weibchen an besseren und schlechteren Wohnlagen nicht.

Die Forscher schlagen nun vor, dass sich Schutzbemühungen für die Wiedehopfe auf jene Gebiete fokussieren sollten, in denen Territorien am frühesten, am regelmässigsten und von dominanten Männchen bewohnt werden. Dort überleben am meisten Küken, weshalb «diese Lebensräume am wichtigsten für das Überleben des Bestandes sind», schreiben sie.

Der Wiedehopf mit der auffälligen Federhaube brütet in Baumhöhlen. Da diese immer seltener wurden, gab es in der Schweiz in den 90er-Jahren nur noch knapp hundert Brutpaare. Also hängten Vogelschützer und das Bundesamt für Umwelt Brutkästen in Gebieten mit gutem Nahrungsangebot auf. 2012 war der Bestand wieder auf 240 Reviere angewachsen.

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