30.04.2019 07:35
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Forschung
Tiere mit Mini-Sendern beobachten
Für das deutsch-russische Forschungsprojekt Icarus zur Erfassung von Tierwanderungen gibt es einen Starttermin für den Sommer. Die Forscher wollen Tiere mit daumennagelgrossen und fünf Gramm schweren Mini-Sendern ausstatten und mit Hilfe der internationalen Raumstation ISS beobachten.

«Wir haben mit den russischen Kollegen derzeit ein Anschaltdatum für den 24. Juni vereinbart», sagte Johannes Weppler vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR/Bonn) am Montag. Beteiligt sind neben dem DLR die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos, das Max-Planck-Institut für Ornithologie in Radolfzell und die Universität Konstanz.

Für das Projekt war im vergangenen August eine Antenne bei einem Aussenbordeinsatz an der ISS installiert worden. Die Wissenschaftler erhoffen sich von dem Projekt Aufschluss etwa über Wanderungen von Zugvögeln, was zum Artenschutz beitragen soll. Zudem könnte Icarus in der Zukunft als Frühwarnsystem etwa für Naturkatastrophen wie Erdbeben und Vulkanausbrüche dienen.

Ursprünglich sollte Icarus Anfang 2019 starten. Die Vorbereitungen dafür dauerten fast zwei Jahrzehnte. Die deutschen Partner finanzieren die Entwicklung der Technik, die Russen kümmerten sich um den Transport der Antenne zur ISS und die Installation im All.

Das Projekt könnte die These stützen, dass Tiere etwa vor dem Ausbruch von Naturkatastrophen unruhig werden oder ihr Verhalten ändern. Zudem könnten Auswirkungen des Klimawandels auf Zugtiere beobachtet und Schädlingsplagen wirksamer bekämpft werden, hoffen die Wissenschaftler. Forscher weltweit interessieren sich für die Möglichkeiten, die Icarus bietet.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE