6.03.2019 15:44
Quelle: schweizerbauer.ch - blu/sum
Umfrage
Umfrage: Sind Mäuse ein Problem?
Der Frühling kehrt ein, die Vegetation erwacht. Wenig Freude machen den Bauern hingegen Schermäuse. Wie sieht es auf Ihren Feldern aus? Haben Sie Probleme mit den Nagern? Oder ist das Problem nicht akut? Abstimmen und mitdiskutieren

2018 war ein «schlimmes» Mäusejahr. Vielerorts wurde mehr Nager beobachtet als im Jahr zuvor. Die Bauern mussten Einbussen hinnehmen. Die kritische Schwelle für eine effiziente Regulierung von 40 Mäusen pro Hektare wurde vielerorts überschritten.

Mäuse dank milder Witterung aktiv

In diesem Jahr hat die milde Witterung den Schnee rasch zum Schmelzen gebracht. Im Mittelland ergrünen bereits die Wiesen und Weiden. An einigen Orten werden auch Mäusehaufen sichtbar.

«Die milden Temperaturen im Februar führen dazu, dass Wühlmäuse und Maulwürfe schon ziemlich aktiv sind. Wo sie im Herbst Wiesen und Äckern besiedelt haben, konnten sie sich in diesem milden Winter weiter ausbreiten oder wurden zumindest nicht zurückgedrängt», sagt Martin Zbinden vom Inforama Rütti zu «Schweizer Bauer».

Mäuseradar zeigt geringere Population

Der Mäuseradar gibt Auskunft über die Populationsdichte. «In der Nord- und Nordostschweiz gibt es weniger Mäuse als 2018, vor allem in den von starker Hitze betroffenen Gebieten», sagt Cornel Stutz von Agroscope. In den St. Galler Voralpen zeige der Radar eine Mäusepopulation im Anstieg, in der Linthebene eine stabile Population auf tiefem Niveau. Auch in der Region Bern-Solothurn verortet Stutz wenig Mäuse.

Im Kanton Zürich verringern sich gemäss Stutz die Bestände. Auch im Kanton Luzern würden die Populationen wohl dieses oder nächstes Jahr zusammenbrechen, vermutet Stutz. In Wiesenbeständen, die zu hoch in den Winter gingen, haben die Mäuse bevorzugt.

Schermäuse können grosse Schäden verursachen


Schermäuse können für die Bauern zu einem Problem werden. Die rund 20 cm langen Nager fressen so viele Wurzeln, wie sie wiegen. Das sind rund 150 Gramm. Für Obstbäume kann das tödlich enden, Im Futterbau erschweren Erdhaufen die Arbeiten. Zudem wird das Futter verschmutzt und Unkraut kann sich ausbreiten.

Schermaus

Die Schermäuse (Arvicola) sind eine Gattung der Wühlmäuse. Mit Kopfrumpflängen bis 22 Zentimetern sind dies die grössten Wühlmäuse. Die Fortpflanzung findet von März bis Oktober statt, die Zahl der Würfe pro Jahr beträgt 3 bis 5. Die Tragzeit beträgt etwa 22 Tage. Die Würfe sind relativ gross; sie umfassen 2-9, ausnahmsweise bis 14 Junge, meist jedoch 4-6 Junge. Die Lebensdauer in Gefangenschaft betrug maximal 3,5 Jahre.

Die Bekämpfung der Mäuse kann durch Sitzstangen für Greifvögel erfolgen. Daneben gibt es Topcat-Fallen oder Benzinvergas-Apparate. Teilweise werden auch Drahtgeflechte eingesetzt. Doch all diese Bekämpfungsstrategien sind zeitintensiv. Der Aufwand lohnt sich nicht immer. «Im Wiesland ist eine grossflächige Bekämpfung ab einer Dichte von 40 Mäusen pro Hektare selten rentabel, weil dann die Mäusebestände mit einem vernünftigen Aufwand kaum mehr regulierbar sind», erklärt Cornel Stutz.

Mäuse-Zyklus

Wühlmauspopulationen verhalten sich an vielen Orten zyklisch. Während zwei bis vier Jahren ist der Bestand gering, ehe sich die Mäuse explosionsartig fortpflanzen. Nach fünf bis sieben Jahren bricht die Population plötzlich wieder zusammen.

Bei einer Mäusezahl von 300 bis 1000 Tieren pro Hektare, aus pflanzenbaulicher Sicht ist das ein Totalschaden, bricht die Population gewöhnlich zusammen, sodass nur noch wenige Individuen überleben.

Wie sieht es bei Ihnen aus? Haben Sie weniger Mäuse als im vergangenen Jahr? Oder gar mehr Nager? Und wie gehen Sie gegen Mäuse vor? Mitdiskutieren und abstimmen

Die Überfahrt mit der Wiesenegge bietet sich an, wenn viele Mäusehaufen vorhanden sind oder wenn der Bestand verfilzt ist. Mit der Wiesenegge werden die Haufen eingeebnet, was später die Verschmutzung des Futters beim Mähen, Zetten oder Schwaden minimiert. Ein Wiesenstriegel kann helfen, die alte Güllekruste zu lösen.

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