21.04.2020 11:10
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Zürich
Unbekannte erschiessen Damhirsche
Auf dem Gelände eines Landwirts in Höri bei Bülach wurden Anfang April zwei Damhirsche geschossen. Ein Tier wurde fortgebracht, ein Tier liegengelassen. Der Landwirt hat Anzeige eingereicht.

Auf dem rund 3 Hektaren grossen Damhirsch-Gelände war bis Anfang April alles in Ordnung. Bis zum 5. April. An jenem Sonntagnachmittag bemerkte Ruedi Wüthrich, dass mit seinen Tieren etwas nicht stimmte.

Muttertier mit Bauchschuss

Er war draussen am Grillieren. Da beobachtete er, dass die Hirsche nervös im Gelände umherrannten. «Dann fiel mir eines der Muttertiere auf, das derzeit trächtig ist», sagte der Landwirt zur «Limmattaler Zeitung». Bei einem Tier entdeckte er einen Bauchschuss.

Er erlöste das Tier von seinen Leiden und brachte es zur Kadaversammelstelle. Zudem ging er zur Polizei und reichte Anzeige gegen Unbekannt ein.

Über Zaun gehievt

Doch damit nicht genug. Der 72-Jährige ist dabei, seinen Betrieb an seinen Nachfolger zu übergeben. Dazu wurden zuvor sämtliche 63 Tiere fotografiert. «Nach der Entsorgung des Damtiers fiel uns aber auf, dass wir nur noch 61 Tiere hatten», so Wüthrich zur Zeitung.

Der Landwirt suchte entlang des 2 Meter hohen Zauns nach Spuren und wurde fündig. An einer Stelle fand er Haare oben am Zaun. Für den Bauer war klar: «Jemand muss noch ein zweites Tier geschossen haben und den Kadaver über den Zaun gezogen haben.» Auch diesen Fall brachte er zur Anzeige.

Schalldämpfer

Über die Täterschaft kann er nur rätseln. Es müsse wohl jemand sein, der gerne Wild isst, sagt er zur «Limmattaler Zeitung». In der Nacht vom 4. auf den 5. April war eine Vollmondnacht. Das haben den Abschuss begünstigt. Er geht zudem davon aus, dass es sich eine gut ausgerüstete Täterschaft handelte. 

Da er keinen Schuss gehört habe, müssten die Unbekannten wohl einen Schalldämpfer eingesetzt haben. Das trächtige Tier habe aber aufgrund des Bauchschusses stundenlange schwere Qualen durchgemacht. Den wirtschaftlichen Verlust durch den Abschuss der zwei Tiere beziffert er auf rund 1400 Franken. Dies ist nicht durch eine Versicherung gedeckt. Er rechnet nicht damit, dass die Polizei den Fall aufklären kann. Er hofft deshalb, dass die Bevölkerung Beobachtungen gemacht hat. 

Bauchweh für Täter

Seine Tiere verkauft er jeweils an Restaurants und Private. Der tote Hirsch könnte den Tätern Bauchschmerzen gemacht haben. «Wir haben erst vor kurzem sämtliche Tiere einer Parasitenbehandlung mit Flubenol unterzogen», sagt Wüthrich. 

Anschliessend darf das Fleisch der Tiere während drei Wochen nicht verzehrt werden. «Ich hoffe, die Täter haben wenigstens Bauchweh gekriegt», sagt Wüthrich zur «Limmattaler Zeitung».

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