15.08.2018 13:51
Quelle: schweizerbauer.ch - wpf
Uri
Uri: Wolf reisst Schafe
Letztes Wochenende wurden auf der Alp Ochsenbördli auf der Göscheneralp UR fünf Schafe gerissen.

Am Samstagmorgen fanden die Älpler zwei Tiere tot vor, drei weitere Tiere hatten offene Fleischwunden und mussten notgeschlachtet werden. Für den aufgebotenen Wildhüter spricht das Rissbild klar für einen Wolf. Für eine definitive Abklärung wurden DNA-Proben genommen. 

Nicht schützbare Alp

Die Schafalp, auf der etwa 50 Zuchttiere gesömmert werden, ist offiziell von einer Amtsperson als nicht schützbar eingestuft, das heisst, Herdenschutz ist nicht möglich. Nichtsdestotrotz macht es aber Sinn, auch solche Gebiete mit Tieren zu bestossen. Denn auf dieser Höhe ist es den Schafen insbesondere bei einem so heissen Sommer am wohlsten. 

«Doch genau von diesem Alpgebiet, das mit genügend Futter und Wasser ein natürlicher, nachhaltiger, ja fast paradiesischer Lebensraum für Tiere ist, müssen die Schafe nun wegen eines Raubtiers ins Tal weichen. Somit an einen Ort, wo  auf den Wiesen nicht genügend Futter gefunden wird», so Tierhalter Raphael Bissig. Hinzu kommt, dass die Bestossung solcher Flächen aus ökologischer Sicht nachhaltig ist. Die Tiere halten das Gebiet offen, die Verbuschung kann minimiert werden. 

Wie weiter?

Die Älpler der betroffenen Alp Ochsenbördli fanden keinen weiteren Ausweg, als ihre Schafe bereits am 11. August von der Alp abzutreiben. Das sind fünf bis sechs Wochen früher als normal. Das Risiko eines weiteren Angriffs wäre einfach zu gross. Solche Tiere zu verlieren, ist äusserst schmerzhaft, denn für viele Tierhalter werden sie nicht einfach nur als Nutztiere angeschaut, sondern als Tiere, die mit Herzblut grossgezogen werden und zu Hause fast einen festen Familienanschluss geniessen. Für die Tierhalter können solche Verluste auch finanzielle Entschädigungen nicht wieder gutmachen.

Nun beginnt sozusagen ein «Rattenschwanz» an Problemen. Auf den Heimbetrieben konnte dieses Jahr aufgrund der Trockenheit viel weniger Futter für den Winter gesammelt werden. Gleichzeitig sind die Wiesen mittlerweile vielerorts braun. Das heisst, wenn andere Parzellen zum Weiden gebraucht werden, fehlt dieses Futter wieder als Heu für den nächsten Winter. «Und dies alles nur wegen eines Raubtiers», so Bissig.

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