13.04.2018 06:02
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Vögel
Wanderfalken erreichen 360 km/h
Einige Vogelarten stürzen sich mit hoher Geschwindigkeit in die Tiefe - die Ziele solch rasanter Flugmanöver können gänzlich unterschiedlich sein: Wanderfalken (Falco peregrinus) etwa erwischen dank ihrer extrem schnellen Sturzflüge auch Beutevögel, deren Flugmanöver eigentlich unberechenbar sind.

Costakolibris (Calypte costae) hingegen werben im Flug um Weibchen. Sie erzeugen dazu beim Herabstossen mit ihren Schwanzfedern einen hohen Ton und spreizen ihre Federn gezielt so, dass der Flugsound optimal beim Weibchen ankommt.

Wie Lenkflugkörper

Die Gruppe um Robin Mills von der Universität Groningen (Niederlande) berichtet im Fachjournal «Plos Computational Biology», was sie über den Sturzflug des Wanderfalken bei der Jagd auf Stare (Sturnus vulgaris) herausgefunden hat. Frühere Untersuchen hatten bereits gezeigt, dass die pfeilschnellen Vögel ähnliche Manöver ausführen, wie menschengemachte Lenkflugkörper.

Die Forscher nutzten in ihrer jetzt vorgestellten Untersuchung Computermodelle, in denen sie zum einen die Flugbahnen des Falken variierten, zum anderen das Flugverhalten der Stare. Sie konnten im Geradeausflug, mit sanften oder unberechenbaren Manövern, wie häufigen und schnellen Richtungswechseln, fliegen.

Hohe Anforderungen

Der Auswertung zufolge zahlen sich die riskanten Sturzflüge, bei denen die Vögel nach Angaben der Forscher eine Geschwindigkeit von mehr als 360 Stundenkilometern erreichen können, besonders dann aus, wenn die Stare die Falken bereits bemerkt haben und eigentlich unberechenbare Ausweichmanöver ausführen. Die Falken selbst können dank des Sturzflugs aerodynamische Manöver fliegen, die die Chancen erhöhen, einen Star auch dann noch zu erbeuten.

Allerdings bringe der Sturzflug hohe Anforderungen an das Sehen und die Flugkontrolle mit sich, schreiben die Biologen: Nur wenn beides weitgehend fehlerfrei funktioniere, sei der Sturzflug die optimale Jagdstrategie.

 

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