17.07.2016 11:18
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Deutschland
Warnung vor dem Borkenkäfer
Vor einem neuerlichen Ausschwärmen der Borkenkäfer in den bayerischen Wäldern hat das Münchener Landwirtschaftsministerium die Waldbesitzer im Freistaat gewarnt. Das regnerische Frühjahr habe zwar die Entwicklung der Borkenkäfer in den Wäldern gebremst, aber nicht gestoppt, teilte das Agrarressort mit.

Landwirtschaftsminister Helmut Brunner wies darauf hin, dass in den nächsten Tagen mit einem weiteren großen Schwärmflug der Waldschädlinge zu rechnen sei. Der könne in diesem Jahr zu einer starken Vermehrung der Käfer führen, da ihre Zahl schon jetzt deutlich höher sei als in den vergangenen Jahren, berichtete Brunner unter Berufung auf Fangzahlen spezieller Borkenkäferfallen.

Kontrollen müssen verschärft werden

Er appellierte an die Waldbesitzer, der Kontrolle ihrer Fichtenwälder weiter höchste Priorität einzuräumen. Um befallene Bäume zu erkennen, müsse man jetzt besonders genau hinschauen. Aufgrund des vielen Regens blieben die Baumkronen trotz abfallender Rinde lange grün.

Frisch befallene Bäume seien am braunen Bohrmehl zu erkennen, das sich auf Rindenschuppen, am Stammfuß, in Spinnweben oder auf der Bodenvegetation sammle. Sie sollten rasch aufgearbeitet und entrindet oder mindestens 500 m aus dem Wald transportiert werden.

Baumkronen häckseln

Der Minister riet zudem, die Baumkronen zu häckseln, da die Käfer schon Äste ab 3 cm Durchmesser als Brutstätte nutzten. Die Entnahme befallener Bäume sei die einzig wirksame Methode, um eine Massenvermehrung zu verhindern, die auch größere Waldflächen zum Absterben bringen könne, stellte Brunner klar.

Dem Agrarressort zufolge hatten 2015 der trockenwarme Sommer und das nach dem Sturm Niklas reichlich vorhandene Brutmaterial den Borkenkäfern ideale Lebensbedingungen beschert.

Zum ersten Mal drei Generationszyklen durchlaufen

Erstmals seit Jahren hätten die Schädlinge drei vollständige Generationszyklen durchlaufen und anschließend in großer Zahl im Boden und unter der Rinde befallener Fichten überwintern können.

Deshalb habe in diesem Jahr schon der erste Schwärmflug im April für eine starke Vermehrung gesorgt. Der Bayerische Bauernverband (BBV) rief die Waldbesitzer ebenfalls dazu auf, mit größter Aufmerksamkeit ihre Wälder auf Befall zu kontrollieren, um so die weitere Ausbreitung des Schädlings bestmöglich einzudämmen. Zwar habe das feuchte Frühjahr die Entwicklung der Borkenkäfer im Freistaat gebremst, aber nicht gestoppt.

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