8.03.2016 14:41
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Luzern
Wildschweine: Aufruf zur konsequenten Jagd
Im Kanton Luzern sollen Jägerinnen und Jäger konsequent die sich ausbreitenden Wildschweine abschiessen. Damit soll das Risiko von Seuchen für Schweinebetriebe und Schäden an landwirtschaftlichen Kulturen verhindert werden.

Eine im Sommer 2015 vom Kanton Luzern eingesetzte Arbeitsgruppe «Schwarzwild» kommt zum Schluss, dass eine engagierte Bejagung der Wildschweine von Beginn an dringend nötig sei, heisst es in einer Mitteilung der Luzerner Staatskanzlei.

Bestand bei einigen Dutzend Tieren

Mit einer Informationskampagne will der Kanton zudem Landwirte und Jägerschaft zur Zusammenarbeit motivieren, bevor grössere Schäden entstehen. Seit einem Jahr streifen in den Luzerner Wäldern wieder vermehrt Wildschweine umher. Der Bestand liegt derzeit bei wenigen Dutzend Tieren, wie Peter Ulmann, Abteilungsleiter Natur, Jagd und Fischerei beim Kanton Luzern, auf Anfrage sagte.

Die Behörden erwarten eine weitere Ausbreitung. Diese wird unter anderem mit dem Bau neuer Wildtierbrücken über die Autobahn A1 im Norden beschleunigt. Zudem könnten sich die Wildschweine rasch vermehren. Eine Abschussquote für Wildschweine gibt es im Kanton Luzern derzeit keine, lediglich Schonzeiten und geschonte Tiere. Die Jägerinnen und Jäger sind aufgerufen, koordiniert mit Nachbarrevieren in ihren Revieren innerhalb der geltenden Regeln Einzeltiere abzuschiessen.

Acht getötete Tiere im vergangenen Jahr

Im Jagdjahr 2014/15 wurden im Kanton Luzern 8 Tiere erlegt oder sie kamen bei einem Verkehrsunfall ums Leben. Für das bis Ende März dauernde Jagdjahr 2015/16 wurden bisher 7 erlegte oder verunfallte Wildschweine registriert. Landwirte und Jäger erhalten in den nächsten Wochen entsprechende Merkblätter. Die Verhaltensempfehlungen gründen auf Erfahrungen, die andere Kantone mit grossem Schwarzwildaufkommen gemacht haben, wie es in der Mitteilung heisst.

So sollen Totfunde oder erlegte Tiere, die Auffälligkeiten zeigen, systematisch erfasst und untersucht werden. Ein Merkblatt erläutert zudem Landwirten Schutzmassnahmen für landwirtschaftliche Kulturen. Der Luzerner Arbeitsgruppe «Schwarzwild» gehören Jäger, Bauern, Schweineproduzenten, Tiermediziner der Uni Bern sowie Vertreter der Jagdverwaltung St. Gallen und der Luzerner Kantonsverwaltung an.

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