9.09.2015 13:23
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Insekten
Wildtiere fördern Agrarproduktion
Der positive Einfluss wild lebender Tiere auf die Agrarproduktion ist auf der Jahrestagung der Gesellschaft für Ökologie (GfÖ) hervorgehoben worden, die vergangene Woche in Göttingen (D) stattfand.

Umweltökonomin Yuki Henselek von der Universität Freiburg erläuterte die Ergebnisse eines aktuellen Forschungsvorhabens, wonach wild lebende Bestäuber wie Wildbienen und Schwebfliegen zur Ertragsstabilität der kalifornischen Mandelproduktion beitragen.

In Untersuchungen auf insgesamt 23 Mandelplantagen im kalifornischen Sacramento Valley habe sie heraufgefunden, dass wilde Bestäuber das Risiko unsicherer Erträge um bis zu ein Fünftel verringerten, berichtete Henselek. Am meisten profitierten organisch wirtschaftende Mandelbauern mit einem hohen Anteil natürlicher Vegetation in der Umgebung ihrer Plantagen.

Matthias Tschumi von der Schweizer Forschungsanstalt Agroscope präsentierte eine Studie zur Bedeutung wild lebender Nützlinge. Würden diese durch die Aussaat von Wildpflanzen an Feldrändern oder Flurstücken gefördert, könne auf dem benachbarten Acker der Schädlingsbefall vermindert und der Ertrag um bis zu ein Zehntel gesteigert werden. Zu erklären sei dieser Effekt damit, dass die Wildpflanzen den natürlichen Feinden der Schädlinge Schutz und zusätzliche Nahrung böten.

Folgestudien von Agroscope wiesen darauf hin, dass räuberische Wanzen und nützliche Laufkäfer in Weizenfeldern häufiger zu finden seien, wenn die Kulturen neu angesäte Wildpflanzen in der Nachbarschaft hätten.

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