11.06.2020 10:40
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Grossraubtiere
Wolfs-App soll Tierhalter warnen
Beobachtungen von Wölfen und anderen Grossraubtieren werden in Graubünden neu auf einer App erfasst und ausgewertet. Dank des neuen Systems können Nutztierhalter rascher vor Grossraubtieren gewarnt werden.

Nach Angaben des Bündner Amtes für Jagd und Fischerei vom Donnerstag erfasst die Wildhut Beobachtungen und Ereignisse mit Wölfen, Bären, Luchsen mit dem Mobiltelefon. Ort, Zeit und Art der Beobachtung gelangen dann auf eine Datenbank des Amtes und werden zentral ausgewertet.

Das neue System ist öffentlich zugänglich. Das Amt für Jagd und Fischerei publiziert auf seiner Webseite eine Karte, auf welcher sämtliche Grossraubtier-Beobachtungen nach Tierart und Zeitpunkt sichtbar sind. Zudem können alle Nutztierrisse seit Anfang Juni auf der Seite abgerufen werden.

Das neue System kommt laut Amtsangaben zum richtigen Zeitpunkt. Die Wolfspopulation in Graubünden wachse, und seit dem Monat März seien markant mehr Sichtungen und Vorfälle mit Wölfen registriert worden als in anderen Jahren.

Landwirte meldeten den Behörden mehr als vierzig Ereignisse, bei denen Nutztiere von Wölfen gerissen wurden, 15 Nutztiere aus Herden, die mit Elektrozäunen oder durch Herdenschutzhunde geschützt waren. Einen Schwerpunkt der Vorfälle bildet die Surselva. wo gleich drei Wolfsrudel regelmässig auftauchen. Mit der Bildung von weiteren Wolfsrudeln ist zu rechnen. Die Gesamtzahl der Wölfe im Kanton beläuft sich auf über 30.

Mehrere Einzelwölfe haben die Schutzmassnahmen wie Elektrozaun und Herdenschutzhunde der Tierhalter überwunden respektive übersprungen und weisen gemäss Kanton ein sehr problematisches Verhalten auf. Den Wölfen zum Opfer gefallen sind bisher vor allem Schafe respektive Lämmer und Ziegen.

Aber auch bei Mutterkuhherden haben Landwirte in jüngster Zeit veränderte Verhaltensweisen festgestellt, schreibt der Kanton. Die Tiere wirkten nervöser als normal, in Einzelfällen sind verängstigte Tiere aus ihrem Gehege ausgebrochen. Es wird vermutet, dass dies auf die erhöhte Wolfspräsenz zurückzuführen ist. Es ist nicht ausgeschlossen, dass sich damit ein neues Gefahrenpotenzial für die Sicherheit von Menschen auftut.

-> Hier gehts zur neuen Grossraubtiere-Seite des Kantons Graubünden

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