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7.09.2018 09:11
Quelle: schweizerbauer.ch - ats/blu
Wolf
«Wolfsbefürworter sollten das sehen»
In den sozialen Medien kursieren Schockvideos von attackierten Schafen, die nach einem Angriff noch lebten. In Verdacht steht der Wolf. Auch bei der Redaktion des "Schweizer Bauern" sind zwei dieser Videos via E-Mail eingetroffen. -> Mit Videos

"Im Anhang sehen Sie zwei Videos, welche die Grausamkeiten aufzeigen, welche ein Wolf anrichtet": Mit dieser Anschrift erreichten die Redaktion des "Schweizer Bauer" zwei verstörende Videos von schwer verletzten, aber noch lebenden Schafen. 

Laut Beschrieb handelt es sich beim ersten Video um einen Wolfangriff in der Region Grimsel. Dort sei es in den letzten Tagen zu Wolfsangriffen gekommen. Betitelt wurde das Video wie folgt: "Hier sehen Sie, was ein Schäfer antrifft, wenn er seine Schafe von der Alp holen will und muss."  Mittlerweile seien die verbliebenen Schafe von der Alp geholt worden. Schafzüchter Christian Saurer ist traurig und empört. "Die Wolfsbefürworter sollten solche Bilder einmal sehen", sagt er im Video. Die Tiere wurden am Mittwoch von der Alp geholt. "Der Wolf hat die Tiere so zugerichtet", fährt er fort. Das Schaf hat eine offene Wunde am Bauch und kann nur mit aufstehen.

«Das Tier lebte noch, lag regungslos da und erlitt Höllenqualen. Wir mussten es schliesslich von seinen Leiden erlösen», sagte Saurer zum Berner Oberländer.  Dass es sich um einen Wolf handelt, steht für ihn aufgrund der schweren Verletzungen und deren Spuren ausser Frage.

Risse auf geschützter Alp

Das zweite Video zeige ein verletztes Schaf im Rappertal (Goms). Auf dieser Alp seien alle Herdenschutzmasnahmen erfüllt - ein Hirt, zwei Herdenschutzhunde, Elektronzaun und Nachtpferch - trotzdem seien sechzehn Schafe gerissen und weitere verletzt worden. Der Einsender der Videos hält fest, dass bei Angriffen auf einer geschützten Alp nach 15 Rissen der Wolf zum Abschuss freigegeben werden könne. Dies sehe das Wolfskonzept vor. 

Auf den Alpen im Goms seien weitere Risse zu verzeichnen und viele Schafe würden noch vermisst werden. "Dieser Zustand ist nicht mehr länger tragbar. Die Alpen werden aufgegeben. Ist dies im Sinne der Regierung und der verantwortlichen Ämter von Bund und Kanton?", fragt sich der Zusteller der beiden Videos.

Der Öffentlichkeit vorenthalten

Solche grausame Videos würden der Öffentlichkeit vorenthalten. Lieber werde ein kuscheliger Wolf gezeigt. "Solche Anblicke erlebt der Schäfer mittlerweile fast täglich", hält der Verfasser der E-Mail fest. Innert wenigen Minuten werde eine jahrelange Zucht ausgelöscht.

Jene Personen, die über Herdenschutzmassnahmen und Abschuss entscheiden, sässen in Büros und hätten keine Ahnung, was für einen Aufwand die Schäfer während dem ganzen Jahr leisten würden, fährt er fort. Solche Jobs seien streng geschützt wie der Wolf. 

Herdenschutz bewährt sich nicht

"Wer heute noch erwähnt, dass sich der Herdenschutz bewährt, hat keine Ahnung von der Realität", betont der Verfasser der E-Mail. Die selbsternannten Wolfspezialisten würden ihre Träume in absehbarer Zeit auf den nicht mehr bewirtschafteten Alpen und Täler verwirklichen können, so der sarkasitsche Unterton.

Für den Verfasser ist klar: Grossraubtiere und Landwirtschaft im Berggebiet vertragen sich nicht. Das Gemetzel müsse ein Ende nehmen. Aber für die zuständige Bundesrätin sei der Wolf wichtiger als der Erhalt der Berglandwirtschaft und die Pflege der Alpen.


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