24.07.2018 11:01
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Polen
Wolfsbestand nimmt weiter zu
Die Zahl der Wolfsrudel im westlichen Polen ist weiter gestiegen. Die Naturschutzstiftung EuroNatur geht von mindestens 80 Rudeln und Paaren aus.

Wie die Naturschutzstiftung EuroNatur vergangene Woche unter Berufung auf das gemeinsam mit dem Internationalen Tierschutz-Fonds (IFAW) durchgeführte Wolfs-Monitoring berichtete, gehen Wissenschaftler zum Ende des Monitoring-Jahres 2017/18 für das Gebiet westlich der Weichsel von mindestens 80 reproduzierenden Rudeln und Paaren aus. „Hotspots“ bildeten die Wälder von Notec, Drawa und Walcz, in denen derzeit zusammen 17 bis 18 Rudel lebten.

IFAW-Sprecher Andreas Dinkelmeyer bezeichnete den erneuten Zuwachs der Population in Westpolen als „äusserst erfreulich“. Zudem scheine die wachsende Zahl der Wölfe in Polen „für deutlich weniger Aufregung zu sorgen als in Deutschland“.

Es wäre wünschenswert, wenn wir auch in Deutschland eine „ähnlich unaufgeregte und lösungsorientierte Diskussion hätten“, so der IFAW-Sprecher. EuroNatur-Geschäftsführer Gabriel Schwaderer wertet die geringe Zahl an Wolfsübergriffen auf Weidetiere in Westpolen als Zeichen für die Wirksamkeit von präventiven Herdenschutzmassnahmen.

Ein Zusammenleben zwischen Wölfen und Menschen sei auch in unserer Kulturlandschaft möglich. Die Stiftung beobachte, dass einzelne Übergriffe auf Nutztiere „massiv aufgebauscht“ würden. Daher sei es umso wichtiger, „gezielte Stimmungsmache durch seriöse Datenerhebung zu bekämpfen“.

In Thüringen hat indes das Umweltressort Meldungen über die Ansiedlung eines Wolfsrudels nahe Tambach-Dietharz angezweifelt. Entsprechende Berichte des MDR könnten derzeit nicht bestätigt werden, so das Ministerium.

Die Hinweise würden vor Ort genau überprüft. Die Fotos zeigten aber jeweils nur ein Tier, bei dem es sich auch um einen bereits bekannten Wolf handeln könne. In Sachsen werden derweil Teilnehmer zur Erprobung von Herdenschutzmassnahmen an Festzäunen gesucht. Laut Dresdener Agrarressort sollen zusätzliche stromführende Leiter an bestehenden Festzäunen befestigt werden und verhindern, dass Wölfe das Hindernis überklettern oder untergraben. 

Voraussetzung für die Teilnahme an dem Pilotprojekt ist nach Ministeriumsangaben ein bereits bestehender Festzaun, der mindestens 120 cm hoch sein und über einen festen Bodenabschluss verfügen muss.


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