30.01.2014 07:24
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Forschung
Zebrafische: Aus Sonnenschutz wurde Tarnung
Zebrafisch-Embryonen tarnen sich vor Fressfeinden, indem sie sich an den Untergrund anpassen. Neurobiologen der Universität Zürich haben nun herausgefunden, dass sich dieser Tarnmechanismus ursprünglich als Sonnenschutz entwickelt hat, der Fischembryonen vor UV-Strahlung schützt.

Die in indischen Reisfeldern lebenden, fast durchsichtigen Zebrafisch-Embryonen brauchen einen guten Sonnenschutz. Nun konnten Stephan Neuhauss und Kaspar Müller von der Universität Zürich (UZH) zeigen, dass ihnen die Pigmente zum UV-Schutz auch zur Tarnung dienen, wie die UZH am Mittwoch mitteilte.

Schon am zweiten Tag nach der Befruchtung, noch bevor sie Augen haben, besitzen die Fische Pigmente. Bei starker Sonneneinstrahlung verteilen sich diese in den Zellen entlang vorgegebener Wege. Doch ab dem dritten Tag, wenn sich die Augen entwickeln, verändert sich das Verteilungsmuster, berichten die Autoren im Fachjournal «PLOS One».

Die Fische könnten dann erkennen, ob sie sich auf hellem oder dunklem Untergrund befinden, und sich entsprechend tarnen. Dies reduziere die Chance, entdeckt und gefressen zu werden. Solange das Tier durchsichtig ist, überwiegt der Nutzen des UV-Schutzes, doch wenn die Haut nicht mehr transparent ist, werden die Pigmente überwiegend zu Tarnzwecken verteilt.

«Aus dem ursprünglichen UV-Schutz wird ein Tarnmechanismus», erklärte Neuhauss in der Mitteilung. «Dies ist ein eindrückliches Beispiel für die sekundäre Nutzung einer bereits vorhandenen Fähigkeit.»

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