19.12.2018 09:49
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Graubünden
Zweites Wolfsrudel im Graubünden
Im Herbst stürzten im Gebiet oberhalb von Flims und Trin drei Jungwölfe ab. Die genetischen Analysen zeigten, dass die Tiere nicht zum Calandarudel gehörten. Damit ist ein zweites Wolfsrudel im Kanton Graubünden bestätigt.

Der Verdacht, dass sich oberhalb von Trin und Flims ein zweites Wolfsrudel gebildet hat, besteht seit dem Herbst, als dort drei Jungwölfe in einem Steilhang abstürzten und starben. Die Behörden wollten sich damals aber noch nicht festlegen. Es sei denkbar, dass im fraglichen Gebiet ein zweites Wolfsrudel lebe, sagte im Oktober Adrian Arquint, Leiter des Bündner Amtes für Jagd und Fischerei.

Nun gibt es keine Zweifel mehr. Die Laboranalyse zeigt, dass die drei im Herbst bei der Trinser Alp abgestürzten Jungwölfe nicht Nachkommen der beiden Elterntiere M30/F07 des Calandarudels sind. Auf dem Gemeindegebiet von Trin hat sich somit ein neues Wolfsrudel gebildet.

Wo genau sich die Elterntiere derzeit befinden, ist unklar. Untersucht wurden auch die jungen Wölfe. «Nebst den zahlreichen durch den Absturz verursachten Hautschürfungen und Knochenbrüchen haben die Untersuchungen zur Todesursache bisher keine weiteren Befunde ergeben», schreibt der Kanton Graubünden am Mittwoch. Die Ergebnisse zur Staupeuntersuchung sind noch offen. Der Kanton geht davon aus, dass im Kantonsgebiet mit weiteren Wolfsrudeln gerechnet werden muss.

Am Calandamassiv lebt das erste Schweizer Wolfsrudel seit der Rückkehr der Grossraubtiere im Jahre 1995. Erste Hinweise auf die Bildung eines Rudels stammen vom Herbst 2011.

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