Dienstag, 15. Juni 2021
16.05.2021 09:40
Australien

Wildschweinebekämpfung mit Natriumnitrit

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Von: AgE

Australien ist ein neuartiger Wildschweineköder entwickelt worden, bei dem das Konservierungsmittel Natriumnitrit als tödliches Gift für Wildschweine eingesetzt wird. Dieses wird den Tieren zusammen mit einem Futterköder in einer speziellen Magnetbox in freier Wildbahn angeboten. 

Auf den Weg gebracht wurde diese Weltneuheit namens «Hoggone» von Animal Control Technologies Australia (ACTA), deren Versuche zeigen, dass damit 80 % bis 100 % einer Wildschweinerotte getötet werden können.

«Sterben ohne Leiden»

ACTA-Geschäftsführer Linton Staples erläuterte, dass Schweine aufgrund der niedrigen Konzentration eines Enzyms Natriumnitrit nicht vertrügen. «Wenn Schweine eine Dosis des Köders aus speziell entwickelten Behältern essen, verlieren sie die Fähigkeit, Sauerstoff zum Gehirn zu transportieren und sterben ziemlich schnell und ohne Schmerzen», so Staples. Die Tiere würden vor dem Tod bewusstlos und stürben ohne Leiden.

«Hinterlässt keine Rückstände»

Der Wirkstoff zerfalle danach schnell und hinterlasse keine giftigen Rückstände in der Umwelt. Menschen und andere Tiere könnten den Konservierungsstoff aufgrund eines natürlich vorkommenden Enzyms hingegen sicher konsumieren, so dass es zu keinen «Kollateralschäden» komme.

Im Januar wurde der Köder in Australien als Gift zugelassen; Landbesitzer können ihn kaufen und verwenden, ohne eine Genehmigung zu benötigen. Im Bundesstaat Western Australia und Queensland sind bereits Versuche mit dem neuen Köder gelaufen.

Daran teilgenommen hat Farmer Bob Greig, der berichtete, dass dieses System gut funktioniert habe. Der Vorteil sei, dass viele Tiere auf einmal beseitigt werden könnten, was ein klarer Vorteil gegenüber dem Abschuss sei, bei dem immer Wildschweine einer Gruppe fliehen würden.

Grosse Schäden angerichtet

Andere Versuchsteilnehmer gaben an, dass die Schweinerotte zwischen zehn und 30 Tagen benötige, um zu lernen, regelmäßig am Ort aus der Magnetbox zu fressen und den speziell gebauten Behälter zu öffnen. Sobald dies der Fall sei, könne der aktive Köder eingesetzt werden. «Hoggone kann ein wesentlicher Bestandteil der Lösung des Wildschweinproblems in Australien werden», so Staples. Die Fähigkeit, große Herden schnell und tiergerecht auszumerzen, könne zum «Game changer» werden.

Dem australischen Landwirtschaftsministerium zufolge verursachen Wildschweine im Land jährlich Schäden von mehr als 71 Mio. Franken, bei Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) wäre es ein Vielfaches mehr.

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9 Responses

      1. Für diejenigen ohne Hintergrundwissen:
        Wildschweine, Wasserbüffel, Kamele und Ochsenfrösche sind in Australien invasive Arten und sind nicht nur für die Ernte sondern auch für die Fauna eine Bedrohung.

  1. Vom warmen Sofa aus und mit genügend Nahrung im Bauch,seine zum teil despektierlichen Kommentare zu schreiben und nicht zu Ende denken,ist relativ einfach.Wenn das Einkommen davon abhängt,ist es etwas Anderes.

  2. Als Jäger der Wildschweine verwertet finde ich diese Anwendung widerlich.
    Zur bekämpfen der ASP um die Seuche aufzuhalten mit Vorlagen vielleicht.
    Wildschweine wie Ungeziefer zu behandeln,nur um mehr Gewinn zu erzielen ist krank.

  3. Was soll dieser Bericht? Er lässt jedenfalls alles offen! Ich bin gespannt wie lange es dauert bis hier die ersten Bauern mit dem Vergiften von Wildtieren beginnen werden. Schweizerbauer sei Dank!

  4. Für nicht Betroffene ist es immer einfach den tierschutz und andere ethische Grundsätze hochzuhalten. Der Schaden an den Kulturen, die zusätzliche Arbeit sowie die finanziellen Verluste werden den anderen überlassen. Leider typisch für unsere urban geprägte Gesellschaft.

  5. Unglaublich und unverständlich, zu was der Mensch fähig ist. Alles was ihn stört wird vergiftet, vergast ( Mäuse ) oder erschossen. Das Tier wird ausgebeutet und gequält. Am Schluss auf niederträchtige Art geschlachtet.

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