26.11.2019 20:10
Quelle: schweizerbauer.ch - mgt/jul
Auszeichnung
Abstimmen: Wer ist Ihr Agro-Star?
Mit dem Agro-Star Suisse wird jedes Jahr eine Persönlichkeit geehrt, die sich für die Schweizer Landwirtschaft eingesetzt hat. Sehen Sie hier, wer nominiert ist, und stimmen Sie im Online-Voting für Ihren Favoriten.

Mit dem Agro-Star Suisse soll eine Persönlichkeit geehrt werden, die sich in besonderer Weise um die Schweizer Landwirtschaft verdient gemacht hat.  Anfang dieses Jahres konnte Judith Pfefferli den Pokal entgegennehmen und ist damit Agro-Star 2019. Die Bäuerin und Lehrerin hat ihren Betrieb in Wangen bei Olten SO zu einem «Lernort-Bauernhof» gemacht. Dort gibt sie Spielgruppe und Kurse für Schulklassen und sie gibt ihr Wissen an Erwachsene weiter.

Die Nominierten

Adelheid Gsell

Geräucherte Pouletbrüste sind die Spezialität von Adelheid Gsell. Mit ihrem Mann Werner bewirtschaftet sie einen 22-Hektaren-Betrieb in Winden TG. Der Betriebsschwerpunkt liegt auf der Pouletmast. 22000 Tiere halten sie. Und sie haben eine eigene Räucherei. In dieser räuchern sie nicht nur Hühner, sondern auch Forellen und Aale. Die Forellen stammen aus einem Zuchtbetrieb in der Nachbarschaft und die Aale von Adelheid Gsells Vater, einem Berufsfischer am Bodensee. 

Christoph Gämperli

Alle paar Jahre machen Christoph Gämperli und seine Saatzuchtgenossenschaft in Flawil SG Furore mit vielversprechenden Produktentwicklungen im Lebensmittelbereich. In der Vergangenheit waren dies diverse Ölsaaten, Kartoffelsorten, wertvolle Gräser etc. Christoph Gämperli leitet die St.Gallische Saatzucht im Nebenamt, er ist hauptberuflich als Lehrer und Berater im Bereich Ackerbau im Landwirtschaftlichen Zentrum Flawil tätig. Mit der Saatzucht hat er schon diverse Preise gewonnen und war vor fünf Jahren bereits für den Agro-Star Suisse nominiert.

Erwin Gamper

Als Erwin Gamper den vielseitigen Betrieb seiner Eltern in Stettfurt TG übernahm, setzte er auf Gemüsebau und begann 1979 die erste Chicoréetreiberei der Schweiz zu erstellen. Vor drei Jahren übergab er den Betrieb der jüngeren Generation. In deren Auftrage plante er eine neue Bio-Treiberei. Seit da pflanzen zusammen mit den konventionellen Wurzelproduzenten über 50 Landwirte Chicoréewurzeln für Gamper und seine Nachfolger an. 

Der Ablauf

Insgesamt stehen dieses Jahr zehn  Kandidaten zur Auswahl. Im Online-Voting kann von Montag, 18. November, bis zum Freitag, 13.Dezember, der Favorit oder die Favoritin gewählt werden. Die fünf Nominierten mit den meisten Stimmen werden dann der Fachjury präsentiert. Aus diesen bestimmt die Fachjury den Preisträger oder die Preisträgerin des Agro-Star Suisse 2020. Die Übergabe des Preises  findet am Donnerstag, 20. Februar, an der Eröffnungsfeier der Tier&Technik 2020 in St.Gallen statt.

Filipp Fässler 

Filipp Fässler aus Goldach SG pflanzte 2016 die erste Marroni-Plantage nördlich der Alpen an. Dieses Jahr warfen die 151 Bäume die ersten Erträge ab. Von Beginn an hat Fässler auf einen raschen Ernteerfolg verzichtet und die Bäume mit Erziehungs- und Korrekturschnitten konsequent gestutzt. Es lohnt sich. Zuerst hängen zwar weniger Früchte an den Bäumen, künftig werden es dafür umso mehr sein. In In fünf Jahren sind zehn Kilo zu erwarten und in zehn Jahren sind Erträge von bis zu 50 Kilo pro Baum möglich. Spielt die Natur mit, so werden Fässlers also mittelfristig gegen 30 Tonnen Marroni ernten können, denn bald wachsen über 590 Edelkastanien in der weiteren Region Rorschach.

Hans Oppliger

Der Ing.-Agr. ETH ist Mitarbeiter am Landwirtschaftlichen Zentrum SG in Salez. Er war Ende der 1990er ein Pionier, was den damals möglich gewordenen öffentlich-rechtlichen Schutz von traditionellen Spezialitäten via Eintragung ins Register der AOP und IGP betrifft. Er trug wesentlich dazu bei, dass Ribelmais AOP, Sauerkäse/Bloderkäse AOP und die St. Galler Kalbsbratwurst IGP geschützt worden sind. Nach wie vor weibelt er unermüdlich für diese Spezialitäten. Er hat grosse Verdienste um den Erhalt alter und seltener Kulturpflanzen. Er war Kantonsrat in St. Gallen für die EVP.

Johannes Solenthaler

Der Landwirt Johannes Solenthaler setzt beim Verkauf seines Fleisches auf Direktvermarktung. Direkter Kundenkontakt ist ihm wichtig. Und um die Kunden anzuziehen, installierte er 2002/03 auf seinem Land einen Skilift und eröffnete später eine Ski- und Snowboardschule. Dazu kam ein Restaurant, wo die Produkte vom Hof zu Gerichten verarbeitet und serviert werden.  

Peter Kunz 

Vor 35 Jahren hat Peter Kunz als Pionier die Notwendigkeit der Bio-Züchtung für den biologischen und biodynamischen Landbau erkannt. Seither haben sich die gzpk-Sorten zu den Standards im heutigen Markt entwickelt. Getreidezüchtung Peter Kunz ist in Feldbach ZH als gemeinnütziger Verein organisiert.

Ruedi Berli 

Der Gemüse- und Obstgärtner ist seit 1987 als Produzent in der Gemüsebaugenossenschaft «Les Jardins de Cocagne» tätig. Er verhinderte mit Demos und Aufrufen in den Medien weitere Milchpreissenkungen durch die Migros Molkerei Elsa. Er ist Vorstandsmitglied bei Uniterre, Promotor der Gründung der Fédération Romande d’Agriculture Contractuelle de Proximité FRACP und der Regionalen Vertragslandwirtschaft RVL und er ist Vorstandsmitglied und Delegierter von BioGenève und Gast bei Vorstand Agrigenève.

Urs Niggli

Der ETH-Agronom  und Vordenker des biologischen Landbaus setzt sich seit Jahren für diesen immer wichtiger werdenden Teil der Landwirtschaft ein. Seit 1990 ist er Direktor des Forschungsinstituts für biologischen Landbau (FiBL) in Frick AG. Unter ihm ist das FiBL von 20 Mitarbeitenden auf heute 200 stark gewachsen. Gleichzeitig hat er das FiBL zu einem europäischen Netzwerk auch in Deutschland, Österreich, Ungarn, Frankreich und Brüssel weiterentwickelt, das weitere 100 Fachleute beschäftigt. 

Emil Zwingli

Der Landwirt und erfolgreiche Viehzüchter  kämpfte immer wieder überzeugt und überzeugend für gleiche und faire Bedingungen für die Bauern, damit diese mit ihrem Betrieb überleben können. Die Gegenspieler waren zum Beispiel die Grossverteiler oder auch die öffentliche Hand. Hartnäckig und bestens informiert und vernetzt, konnte er auch immer Mitstreiter finden, so dass am Ende oft die Gerechtigkeit siegte. Über Social Media und den «Schweizer Bauer» verhinderte er im August einen Zusammenbruch der Schlachtkuhpreise in dem er über die wahre Marktsituation aufklärte. Er ist einflussreich und agiert hinter den Kulissen mit informellen Züchtergruppen und über alle Rassen. Und er pflegt Kontakte zu Politikern jeder Couleur und der Wirtschaft. 

Bisherige Gewinner

2006: Hans Luder, Präsident von IP-Suisse; 2007: Ruth Streit (Schweiz. Landfrauenverband) und Ingeborg Schmid (Schweiz. Verband katholischer Bäuerinnen); 2008: Hermann Bader, Inhaber Traitafina AG; 2009: Hansjörg Walter, Nationalrat und Präsident des Schweizer Bauernverbandes; 2010: Peter Küchler, Direktor LBBZ Plantahof, Landquart; 2011: John Dupraz, Nationalrat, Präsident Schweizer Getreideproduzenten; 2012: Richard Wyss, Präsident des Vereins Deutschschweizer und Rätoromanischer Bienenfreunde; 2013: Willy Gehriger, CEO Fenaco; 2014: Beat und Martin Jucker, Gründer und Leiter Jucker Farm AG; 2015: Sepp Knüsel, Inhaber Sepp Knüsel Landmaschinen; 2016: Ernst und Markus Möhl, Inhaber Mosterei Möhl AG, Arbon TG; 2017: Simon van der Veer, ehemaliger Präsident der Westschweizer Vereinigung der Zuckerrübenpflanzer. Er ist Landwirt und Ing. Agr. FH und produziert innovativ Spezial- und Nischenkulturen; 2018: Christine Bühler, Präsidentin Schweizerischer Bäuerinnen- und Landfrauenverband. 2019: Judith Pfefferli, Gründerin «Lernort Bauernhof».


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