4.11.2013 19:43
Quelle: schweizerbauer.ch - Reto Blunier
Agropreis 2013
Agropreis 2013: Familie Henchoz gewinnt mit Schafmilchprojekt den Agropreis
Die Schafmilchproduzenten aus Rossinière VD haben den Hauptpreis des Agropreises 2013 gewonnen. Die Familie Henchoz stellte vor 20 Jahren von der Kuh- auf die Schafmilchproduktion um. Henchoz' aus dem Pays-d’Enhaut sind die grössten Schafmilchproduzenten der Schweiz . Die Familie ist in der Romandie ein Begriff.

Wer wird den Agropreis gewinnen? Nominiert sind die Spargelproduzenten aus Kerzers FR, die Schafmilchproduzenten Le Sapalet aus Rossinière VD, die Straussenfarm aus Mörschwil SG und das Projekt Wurmstall aus Aeschi bei Spiez BE. Im Berner Kursaal wird sich heute Abend entscheiden, wer den Agropreis 2013 gewinnen wird.

Seelandspargeln, Kerzers FR

Le Sapalet, Rossinière VD

Wurmstall, Aeschi bei Spiez BE

Ein Strauss voller Genuss

Punkt 16 Uhr hat der Agropreis 2013 seinen Anfang genommen. Eröffnet wurde der Anlass durch den bekannten Hackbrettspieler Nicolas Senn. "Er hat den Schweizer Popstar Bligg bekannt gemacht", erklärt Kassensturz-Moderator Ueli Schmezer, welcher durch den Abend führt.

16.10 Uhr: Christian Rychen, CEO der Emmental Versicherung und Hauptsponsor des Agropreises, würdigt die Werte der Landwirtschaft. Er mahnt, dass die Schweiz einen genügend grossen Selbstversorgungsgrad beibehalten solle. "Innovationen fordern und und bringen uns weiter. Die Landwirtschaft braucht Innovationen und die Emmental Versicherungen wollen dies unterstützen", fährt Rychen fort. Er gratuliert den Nominierten für ihre Projekte und wünscht ihnen viel Erfolg.

16.15 Uhr: Den Spezialpreis des Schweizerischen Landmaschinen-Verbandes (SLV). Bendicht Hauswirth, SLV-Vorstandsmitglied, freute sich über die zahlreich eingereichten Projekte. Am Ende könne jedoch nur ein Projekt gewinnen. Eine Maschine, die Säen und Güllen kombinieren, machte schliesslich das Rennen. "Diese praxsbezogenen Projekt ünerzeugte uns", fuhr Hauswirht fort. Andreas Bobst aus Aedermannsdorf (SO) holte den mit umweltfreundlichen Injektionssystem den mit 3000 Franken dotierten SLV-Spezialpreis. Inspierieren liess sich Bobst von einer Maschine, die er an der Agritechnica sah. "Ich habe bereits einige Anfragen aus Deutschland erhalten. Patentieren liess ich meine Erfindung nicht, das ist schlicht zu teuer", erklärt Bobst.

16.25 Uhr: Die Mitglieder der vier nominierten Projekte treten auf die Bühne. Sie erhalten die Nominationsprämie von 5000 Franken.

16.30 Uhr: Die letztjährigen Sieger, die Familie Rüedi aus Trasadingen SH mit ihren "Fasstastische Ferien" tritt auf die Bühne. Der Agropreis habe ihnen viel Populatrität verschafft. "Auch die zahlreichen Medienberichte nach dem Gewinn des Agrorpreises haben unseren Bekanntheitsgrad massgeblich erhöht", betont Andreas Rüedi.

16.36 Uhr: Die Seelandspargeln präsentieren ihr Projekt. Sie überraschen mit einem eigen für den Anlass komponierten Song, welches sie selbstverständlich auch selbst vortragen. Das Publikum goutierte den Auftritt mit viel Applaus. "Der Schlüssel zum Erfolg liegt in der generationenübergreifenden Zusammenarbeit", erklärt Christian Dick. Auch das fiktive Interview sorgte für Erheiterung im Saal.

16.47 Uhr: Die Familie Fuhrer mit dem Projekt Wurmstall haben ihren grossen Auftritt. Die Wurmerde findet als Biodünger Einsatz bei Gärtnereien und Privaten. Der "grösste Arbeitgeber der Schweiz" produziert mit 6 Millionen Würmer aus Mist Dünger. Das Innovative liegt im System. Die Mieten sind nicht am Boden, sondern es erfolgt eine Trennung zwischen Futter für die Würmer (Mist) und der Erde, die zu Boden fällt. "Unsere Wurmerde lebt und belebt somit die auch die Erde, wo sie eingesetzt wird", erklärt Hans Fuhrer. Fuhrers arbeiten mit drei Arten, sogenannten Oberflächenfresser.

17.04 Uhr: Die Familie Henchoz aus Rossinière stellt ihr Projekt "Le Sapalet" vor. Die Präsentation startert mit spektakulären Filmaufnahmen vom Betrieb. Dabei werden alle Facetten gezeigt, sei über die moderne Melkanlage, die Alpung der Schafe, die Produktion ihrer Joghurts, Käse und vielen anderem. Eindrücklich wird die Herstellung der Produkte und die damit verbundene Arbeit in einem Theaterstück dokumentiert. Der grössten Schafmilchproduzenten ernten grossen Applaus für ihre Darbietung. "Der grösste Unterschied sei die Milchleistung der Tiere. Ein Schaf gibt 1 bis 1,5 Liter, ein Kuh deutlich mehr", erklärt Jean-Robert Henchoz. Auch die Gehalte sind anders. Der hohe Fettgehalt sei besser für die Verarbeitung, beonte Henchoz.

17.13 Uhr: Nun ist noch die Familie Eberle aus Mörschwil an der Reihe. Auch die Eberles untermalen ihren Auftritt mit Filmeinlagen. In ihrem Auftritt erklären sie den Besuchern ihre Produktepalette, aber auch wie die Tiere gehalten werden und wer sich für ihre Produkte. "Wir wollen ein positves Bild der Schweizer Landwirtschaft vermitteln. Das ist wichtig", erklärt Regula Eberle. Da die doch grossen Strausse nicht auf die Bühne gebracht werden können, führen Eberles ein kleines, aber feines Theaterstück mit eigenem Song vor.

17.30 Uhr: Bauernverbandspräsident Markus Ritter betont, dass er äusserst stolz auf die präsentierten Projekte sei. Diese Veranstaltung ermöglicht es, den innovativen Bauern eine Plattform zu bieten. "Erfolgreiche Projekte sind kein Zufall, sondern da ist schweisstreibende Arbeit dahinter", lässt Ritter das Publikum wissen. "Ein innovatives Projekt zu pushen, benötigt viel Durchhaltewille, Fleiss, Geduld. Es müssen aber auch Rückschläge verkraftet werden. Zudem muss das Wissen selbst angeeignet werden", fährt Ritter fort.

Die vier Projekte sind Vorbilder für andere Bauern, die ihre innovativen Projekte vorwärtsbringen wollen. "Ich bin überzeugt, dass die Schweizerische Landwirtschaft auf dem richtigen Weg. Die produzierende Landwirtschaft hat die Herzen der Schweizerinnen und Schweizer erwärmt", erklärt Ritter. "Wir werden uns nicht aus unseren Lorbeeren ausruhen, sondern gehen unseren Weg weiter", hebt Ritter hervor.

17.41 Uhr: Der Leserpreis wird überreicht. Gewinner dieses mit 3000 Franken dotierten Preises ist die Familie Eberle aus Mörschwil SG. Die Freude bei der Gewinnerfamilie ist gross. Eberles erhielten doppelt so viele Stimmen von den Lesern des Schweizer Bauer und Terre et Nature wie die Zweitplatzierten.

17.45 Uhr: Nun folgt der Saalpreis: Der Berner Regierungsrat Andreas Rickenbacher. Es sei erquickend, wie viele innovative Schweizer Bauern es gäbe. "Die Bauern sind auf dem richtigen Weg", fährt Volkswirtschaftsdirektor Rickenbacher fort. Den mit 2000 Franken dotierten Preis geht an die Seelandspargeln aus Kerzers FR.

17.59 Uhr: Jetzt kommts zum Höhepunkt: Der Agropreis 2013 wird bekannt gegeben.

Jurypräsident Roland Stähli würdigte in seiner Laudatio sämtliche Nominierte. Um den Sieger zu ermitteln, wird ein Bewertungsverfahren vorgenommen. Dieses setzt sich aus den fünf Faktoren "Besondere Innovation", "neuen Ansatz überzeugend umsetzen", "Wirtschaftlichkeit", "positive Auswirkung auf den Betrieb und die Region" sowie "Langfristigkeit" zusammen. "Alle Projekte haben diese Punkte in unterschiedlicher Weise erfüllt", lässt Stähli das Publikum wissen.

Dank der hohen Marktdurchdringung in der Romandie konnten sich die Henchoz' bei Punkt vier einige Bonuspunkte abholen. Die in den Waadtländer Alpen produzierende Bauernfamilie konnte den mit 20'000 Franken dotierten Preis unter grossem Applaus entgegennehmen. Erstmals seit dem Jahr 2009 geht der Agropreis also wieder in die Romandie

18.10 Uhr: Die Freude bei der Familie Henchoz ist riesig. "Das Preisgeld wollen wir in die neue Käserei investieren", erklärt Jean-Robert Henchoz. "Ich bin sehr stolz. Ich freue mich vor allem für unsere Nachfolger. Dies ist für sie eine Ermutigung und Motivation zugleich", erklärt er gegenüber schweizerbauer.ch. Der Erfolg sei überraschend. "Für solche Siege benötigt man auch Glück", fährt er fort. Was bedeutet der Erfolg für die Region? "Wir kommen aus einem Kuhgebiet. Niemand hat geglaubt, dass man auch mit Schafen erfolgreich sein kann. Es für uns ist der Erfolg am Agropreis eine grosse Belohnung", erklärt der sichtlich erfreute Jean-Robert Henchoz gegenüber schweizerbauer.ch.

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