5.11.2015 14:25
Quelle: schweizerbauer.ch - Reto Blunier
Bern
Agropreis 2015: "Linsen von Sauverny" gewinnen
Die Entscheidung ist gefallen. Die Familie Courtois aus Versoix bei Genf gewinnt mit ihrem Linsenprojekt den Agropreis 2015. Einen Doppelsieg feiert das Projekt Lernort Bauernhof. Die Familie Pfefferli holt sich den Saal- wie Leserpreis. Der Spezialpreis des Schweizerischen Landmaschinenverbandes (SLV) geht an Kari Burkhard aus Hausen am Albis ZH.

17.15 Uhr: Mit leichter Verspätung wird der mit 20'000 Franken dotierte Agropreis 2015 verliehen. Die Sieger kommen aus dem Kanton Genf. Die Familie Courtois aus Versoix wurde von der Jury zum Sieger gekürt. Zusammen mit anderen Bauern hat die Genfer Bauernfamilie den Linsenanbau zurück in die Schweiz gebracht.

17.10 Uhr: Jurypräsident Roland Stähli, Dozent an der Hochschule in Zollikofen, hält die Laudatio zum Sieger des Agropreises. Man müsse breit suchen und denken, so der Agronom. „Man darf den Begriff Innovation nicht als etwas ganz Neues verstehen. Sondern Bestehendes wird bekannter oder besser gemacht oder Bekanntes kombiniert“, so Stähli. Die Projekte würden nach 5 Kriterien beurteilt: 1. Das Besondere, das Neue. 2. Wie die Idee umgesetzt wurde. 3. Die Wirtschaftlichkeit. 4. Die positive Wirkung, 5. Die Nachhaltigkeit des Projekts. „Alle Projekte haben diese Punkte erfüllt, aber in unterschiedlicher Güte“, so Stähli.

17.06 Uhr: Der Lernort Bauernhof holt sich heute bereits den zweiten Preis. Die bereits im Jahr 2007 nominierten Solothurner holen sich auch den mit 2000 Franken dotierten Saalpreis. 

17.05 Uhr: Zum letzten Mal tritt der Berner Volkswirtschaftsdirektor Andreas Rickenbacher (SP) auf die Bühne. Er wolle seine Direktion ohne Baustelle übergeben. Die Parteizugehörigkeit sei in der Exekutive nicht entscheidend, so Rickenbacher. Er werden die innovativen Ideen und die Auftritte in der Öffentlichkeit vermissen.

17.00 Uhr: Die Familie Pfefferli aus Wangen bei Olten SO gewinnen den mit 3000 Franken dotierten Leserpreis von "Schweizer Bauer" und "Terre & Nature". 

16.55 Uhr: Nationalrat Markus Ritter (CVP/SG), Präsident des Schweizer Bauernverbandes (SBV), wendet sich an das Publikum. „Ich bin überwältigt. Die Projekte zeigen, was in den Bauern steckt“, so Ritter. Bäuerinnen und Bauern seien immer in der Gesellschaft unterwegs. „Unsere Bauern zeigen heute, wie breit die Landwirtschaft aufgestellt ist“, fährt er fort. Ihre Projekte ermöglichten einen Nutzen für die Kunden und für die Betriebe selbst. „Wir suchen Bauern, die mit ihren Betrieb Erfolg haben“, so Ritter. Erfreut zeigt er sich, dass die Nominierten andere Bauern aufforderten, ihre Projekte zu kopieren. Zusammenarbeit lohne sich. „Den Nominierten, aber auch den anderen 54‘000 Betriebe zollen wir Respekt“, so Ritter. „Es gilt, wie der Bundesrat sagte, den Bauern Sorge zu tragen“, mahnte der SBV-Präsident. Es müsse möglich sein, dass die Bauern ein genügend grosse Einkommen generieren könnten.

16.45 Uhr: Die Jury zieht sich zurück. In wenigen Minunten geht es mit den Preisverleihungen los.

16.35 Uhr: Nun folgt noch die Familie Godel aus Domdidier FR. Dank ihrem Projekt wird die Mast von Biopoulet vereinfacht. Das autonome Stallsystem mit fixen Ställen vermindert die Arbeitsbelastung in der Biopouletmast deutlich. Godel will damit erreichen, dass mehr Bauern in die Biopouletmast einsteigen. Statt den Stall zu verschieben, werden um den fixen Stall drei Weiden eingezäunt. Solarpanels auf dem Stalldach sorgen für die Stromversorgung, zu jedem Stall wurde eine Wasserleitung (eigene Quelle) gezogen. Das Futter im Silo bei den Ställen wird automatisch verteilt. Dank dem passiven Belüftungssystem kann er im Winter auf eine Heizung verzichten. Godel ermuntert die Bauern, sein Konzept zu kopieren. Abnehmer der Poulets von der Familie Godel ist die Migros-Tochter Micarna.

16.25 Uhr: Als drittes Projekt präsentiert sich die Familie Pfefferli. Judith und Franz Pfefferli sowie 50 Kinder haben sich auf der Bühne eingefunden. Pfefferlis bieten auf ihren eine Vielzahl an Kursen an. Sie zeigen, wie die Landwirtschaft funktioniert. „Es ist dringend notwendig, dass wir den Kindern wieder zeigen, woher die Milch oder die Kartoffel stammt“, so Judith Pfefferli. „Die Kinder sind die Konsumenten von morgen“, so fährt sie fort. Das Projekt „Lernort Pfefferli“ liesse sich auf auch andere Höfe adaptieren. „Die Frau ist die beste Kuh im Stall“, sagte sie im ironischen Unterton. Für viele Betriebe könnte das Konzept von der Familie als zweites Standbein in Frage kommen. Das Projekt ermöglicht ein gesichertes Einkommen. Der Nettostundenlohn liegt bei weit über 30 Franken. Die singenden Kinder haben das Publikum zu tosendem Applaus veranlasst. Haben sich die Pfefferlis damit bereits den Saalpreis gesichert? 

16.10 Uhr: Als nächstes Projekt darf die Familie Courtois aus Versoix GE auf die Bühne im Kursaal treten. Die Genfer haben zusammen mit Berufskollegen die Linsen wieder in die Schweiz gebracht. Mitte der 1990-er Jahre säte Michel Courtois das erste Mal Linsen aus. Dies deshalb, weil er wegen sinkenden Preisen nach Alternativen zu den Zuckerrüben und Weizen suchte. Zuerst verkauften sie die Linsen im Hofladen. Mit dem Platzieren der Linsen beim Detailhändler Manor schaffte es die Kultur aus der Nischenproduktion. Mittlerweile kultiviert die Familie Linsen auf einer Fläche von zwölf Hektaren. Der Ertrag liegt bei etwa bei insgesamt 15 Tonnen. Mit einer witzigen Show brachte Christophe Courtois das Publikum zum Lachen. Courtois erklärt den Erfolg der Linsen mit veränderten Essgewohnheiten. Pflanzliche und regionale Ernährung sei im Trend.

15.50 Uhr: Das erste Projekt „Kutschenfahrt mit Fondueplausch“ stellt sich vor. Die Familie Scherrer entwickelte Fonduekutschen, mit welchen sich im Toggenburg Gäste durch die Region Bütschwil „kutschieren“. Mit diesem Angebot gelingt es Scherrers, Touristen und Wertschöpfung in die Gegend zu bringen. Sandro Scherrer erläutert das Angebot der Familie. Da sie im Winter die Pferde platzieren mussten, suchten sie nach Alternativen. Die Gäste können zu einem feinen Fondue die reizende Gegend des Toggenburgs geniessen. Damit können sie ein bisher brachliegendes Potenzial für sich nutzen. Die Fahrten haben sich zu einem zweiten Standbein des Familienbetriebes entwickelt. 

15.40 Uhr: Bundesrat Johann Schneider-Ammann ist auf der Bühne. „Ich freue mich hier zu sein. Dies vor allem auch deshalb, weil der Gastgeber aus dem Emmental stammt“, so der Agrarminister. „Vorurteile prägen unsere Gesellschaft. Auch die Landwirtschaft. Es ist aber nie zu spät, Vorurteile abzulegen“, so Schneider. „Der Preis soll aber die Leistungen und die Innovation der Landwirtschaft honorieren“, fuhr er fort. Die Landwirtschaft ist unternehmerisch und innovativ, betont der Bundesrat. „Schlau heisst, dass zu produzieren, was der Markt verlangt. Unsere Bauern haben immer wieder die Herausforderungen meistern können“, sagt Schneider. „Wir gratulieren heute nicht Ideen, sondern den Menschen, die hinter den Projekten stehen.“ Schneider gratuliert den Nominierten und hofft, dass sie sich am Markt durchsetzen. Denn ohne Innovation gäbe es keine Wettbewerbsfähigkeit, hält er fest. Aber nur diese ermögliche Arbeitsplätze. Der Agropreis sei die wichtigste Plattform der innovativen Landwirtschaft, rühmt der Agrarminister den Anlass. „Innovation hat aber zwei Gegner – Selbstzufriedenheit und Vorurteile“, so Bundesrat Schneider-Ammann. Das Gegenteil seien Unternehmertum und Neugier. Die Landwirtschaft sei eine Basistätigkeit, zu der man Sorge tragen müsse, so der Agrarminister. Aber jeden zweite Franken würde die Schweiz im Ausland verdienen, fährt er fort. Dem könne sich die Landwirtschaft nicht entziehen. Auf die am Mittwoch angekündigten Sparpläne des Bundes ging der Agrarminister nicht ein.

15.27 Uhr: Unter grossem Applaus erscheinen die Nominierten das erste Mal auf der Bühne. Ihnen wird die Nominationsprämie von 5‘000 Franken überreicht. 

15.23 Uhr: Nun folgt der Spezialpreis des Schweizerischen  Landmaschinenverbandes (SLV), dieser ist mit 5000 Franken dotiert. „Seit ich das Traktorfahren beherrsche, interessiert mich die Landtechnik“, so Schmezer. Bendicht Hauswirth vom SLV, prämiert die Entwicklungen der Landtechnik. „Diese stossen dem Ingenieur nicht sofort ins Auge, dem Praktiker schon). Die Entwicklungen sollen die Arbeiten erleichtern und optimieren sowie die Wirtschaftlichkeit erhöhen. Sieger ist „Kari Holzhacker“ von Kari Burkhard aus Hausen am Albis ZH. Aufgebaut auf einem MAN-LKW Chassis, erhöht es die Arbeitssicherheit des Arbeiters. Die Kabine ist höhenverstellbar, diese biete eine gute Übersicht, ermöglicht einen Schutz vor der Witterung, zudem ist sie schallisoliert. Das Nachrücken im Wald ist von der Kabine aus möglich. Das Siegerprojekt wird an der Agrama 2016 präsentiert. Burkhard erklärt, dass es lange gedauert habe, bis er die Maschine fertig gebaut habe. „Es dauert insgesamt 6 Jahre“, so der Zürcher. Das Trägergerat lasse sich aber auch für andere Zwecke verwenden, fährt er fort.

15.11 Uhr: Christian Rychen, Geschäftsleiter des Agropreis-Organisator Emmental Versicherung, betritt die Bühne. „Ohne Innovation ist das Scheitern garantiert“, so Rychen. „Heute dürfen wir das erste Mal einen Bundesrat am Anlass begrüssen“, sagt Rychen nicht ohne Stolz. „Wir würdigen und feiern heute die Leistungen der Landwirtschaft“, fährt er fort. Mit dem Agropreis sollen die Leistungen der Landwirtschaft verbreitet werden. „Wir sind Partner und Verbündete der Landwirtschaft“, betont Rychen. 

15.05 Uhr: Ueli Schmezer betritt die Bühne. Der Kassensturz-Moderator führt durch den Anlass. „Der Anlass hat einen gemütlichen Touch. Es hat aber auch ernsten Hintergrund, denn die Nominierten haben hart für den Anlass gearbeitet“, so Schmezer.

15.00 Uhr: Pünktlich wird die Agropreis-Verleihung gestartet. Für Unterhaltung sorgen die Seerugge Feger. Bundesrat Johann Schneider-Ammann wird um 15.15 Uhr erwartert.

14.52 Uhr: In wenigen Minuten geht es los. Der Grossteil der Gäste ist bereits eingetroffen. Die Nervosität unter den Nominierten war spürbar.

Wie jedes Jahr sind vier Projekte für den Agropreis nominiert. Zwei Nominierte sind in der Romandie zu Hause, ein Teilnehmer wohnt im Toggenburg, einer weitere Nominierte stammt aus dem Kanton Solothurn. 2014 gewannen Sepp und Patrick Häcki aus Kerns OW den Agropreis. Die Edelpilzproduzenten aus der Innerschweiz vermochten die Jury am meisten zu überzeugen.

Im Berner Kursaal werden am Donnerstag über 1000 Besucher erwartet. Unter den Gästen befinden sich auch der Bundesrat Johann Schneider-Ammann und der Berner Volkswirtschaftsdirektor Andreas Rickenbacher. Die Verleihung beginnt um 15 Uhr und dauert in der Regel bis kurz vor 17 Uhr. Die Nominierten präsentieren in einer vierminütigen Show ihr Projekt. Moderiert wird der Anlass von Ueli Schmezer, bekannt von der Sendung "Kassensturz".

Die ausführlichen Artikel zu den einzelnen Nominierten sind mit den Titeln verlinkt:

Kutschenfahrt mit Fondueplausch

Die Linsen aus Sauverny

Die fixen Ställe für die Biopouletmast

Lernort Bauernhof


Ab 15 Uhr beginnen die Preisverleihungen. Nebst der Nominationsprämie von 5000 Franken, die jeder Projektteilnehmer erhält, werden der Agropreis (20'0000 Franken), der Saalpreis (2'000 Franken) und der Leserpreis von "Schweizer Bauer" und "Terre&Nature" (3'000 Franken) verliehen.

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