22.10.2011 14:11
Quelle: schweizerbauer.ch - Reto Blunier
Agropreis
Agropreis: Migis Schoggi Gädäli räumt ab
Les jeux sont faits - die Würfel sind gefallen. An der Olma in St. Gallen wurden am Samstagmittag die Gewinner des Haupt-, Leser,- und Saalpreises erkoren. Grosser Gewinner ist das Schoggi Gädäli aus Kerns OW von Brigitte und Dominik Durrer.

Spannend war es in St. Gallen an der Olma - und auch enger. Da in Bern der Kursaal zurzeit im Umbau steht und der Kanton Bern Gastkanton an der Olma ist, entschied die Emmental Versicherung, den Agropreis 2011, den wichtigsten Innovationspreis der Schweizer Landwirtschaft, in der Ostschweiz zu verleihen.

Ueli Schmezer als Moderator

Nebst der neuen Lokalität wechselte auch der Moderator. Ueli Schmezer, der Kassensturz-Moderator, übernahm das Amt von Daniel Banga, der nun als Juror amtet. Diese Arbeit machte dem bekannten TV- Mann sichtlich Spass. Er habe nicht lang zögern müssen, als Moderator zuzusagen. Denn diese Bauern seien mit Herzblut in ihren Projekten engagiert, das imponiere ihm.

Und nun begann vor rund 660 Gästen, teilnehmen wollten über 1500, die eigentliche Verleihung der Preise. Die Nominierten - die "Verrückten Kartoffeln" der Familie Heinrich aus Filisur GR, die Legewachteln der Familie Rusch aus Hauptwil TG, Swisswool von Martin Keller aus Buchs SG sowie Migis Schoggi Gädäli der Familie Durrer aus Kerns OW - kämpften um die Nachfolge der Familie Bucher, welche im vergangenen Jahr den Haupt- und Saalpreis mit ihrem Bioknobli gewonnen haben.

Hier finden Sie die Beschreibung der Projekte

Leserpreis in die Innerschweiz

Nach der Präsentation zog sich die Jury zur Beratung zurück, das Saalpublikum wählte seinen Favoriten. Und kurze Zeit später wurde bereits der Leserpreis von "Terre&Nature" und dem "Schweizer Bauer" verliehen. Die Entscheidung fiel knapp aus. Migis Schoggi Gädäli setzte sich aber hauchdünn vor den Verrückten Kartoffeln durch. Die glücklichen Brigitte und Dominik Durrer konnten den mit 3000 Franken dotierten Preis von Ruedi Haudenschild, Chefredaktor des Schweizer Bauer, sowie Xavier Duquaine, Chefredaktor von Terre&Nauture, im Empfang nehmen.

Saalpreis nach Hauptwil TG

Nun ging es Schlag auf Schlag weiter. Die Zettel der Saalabstimmung wurden in Windeseile ausgezählt. Der Agrarminister des Kantons St. Gallen, Benedikt Würth, hob in seiner Rede hervor, dass die Landwirtschaft für die Prägung der Landschaft sehr wichtig sei und die Bauern an der Olma den Städtern nun zeigen können, dass auch sie innovativen Ideen haben und vor allem umsetzen können. Er bescheinigte der Landwirtschaft grosse Fortschritte in Sachen Kooperation und es sei die Pflicht eines jeden einzelnen, zu den Bauern Sorge zu tragen. Er konnte sich aber nicht verkneifen, Swisswool aus Buchs SG als seinen Favoriten für den Saalpreis anzupreisen. Schliesslich stamme ja die Familie Keller aus dem Olmakanton, liess der Regierungsrat verlauten.

Das Rennen verlief sehr knapp. Durchsetzen konnten sich aber die Legewachteln der Familie Rusch. Ihr einzigartiges Haltungssystem mit Bodenhaltung hat das Saalpublikum überzeugt. Die Rusches konnten den mit 2000 Franken dotierten Saalpreis in Empfang nehmen.

Grosser Tag für die Familie Durrer

Bevor der Hauptpreis verliehen wurde, hob Jurypräsident Alfred Buess in seiner Laudatio hervor, dass alle vier nomierten Projekte mit ihrer innovativen Idee Mehrwerte kreieren und so das Einkommen verbesserten. Doch die Jury musste sich für ein Projekt entscheiden. Die Juroren erkoren Migis Schoggi Gädäli zum Agropreissieger 2011. Die Bäuerin sei von aussen in das Landwirtschaftbuisness gekommen und habe ihr Know-How in den Betrieb eingebracht. Sie sei voll integriert und generiere aus hofeigenen Rohstoffen oder von solchen aus anderen Betrieben der Region Mehrwerte, die der Familie ein wichtiges Nebeneinkommen schaffen.

Brigitte und Dominik Durrer waren sprachlos ob dem Sieg. "Es dauert wohl noch einige Stunden, bis ich realisiert habe, dass wir wirklich den Hauptpreis gewonnen haben", sagte der immer noch überraschte Dominik Durrer einige Minuten nach der Wahl.

Der nächste Agropreis findet wieder in Bern statt. Im November 2012 wird der Agropreis bereits zum 20. Mal ausgetragen. Melden Sie Ihr Projekt an oder überzeugen Sie einen Berufskollegen, sich anzumelden. Denn bereits eine Nomination ist wie ein Sieg zu werten. Mehr Infos findes Sie unter www.agropreis.ch.

Eine ausführliche Berichterstattung finden Sie in der kommenden Mittwochsausgabe des "Schweizer Bauer".

Preisgewinner:

Agropreissieger 2011: Migis Schoggi Gädäli, Familie Durrer, Kerns OW (20’000 Fr.)

Saalpreis: Legewachteln, Familie Rusch, Hauptwil TG (2’000 Fr.)

Leserpreis "Schweizer Bauer" und "Terre&Nature": Migis Schoggi Gädäli, Familie Durrer, Kerns OW (3’000 Fr.)

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