3.11.2016 17:09
Quelle: schweizerbauer.ch - Reto Blunier/Anja Tschannen/Julia Spahr
Agropreis
Agropreis: Schweizer Seide gewinnt!
Der Agropreis, der grösste Innovationswettbewerb der Schweizer Landwirtschaft, wird dieses Jahr zum 24. Mal vergeben. Vier Projekte sind für die Endrunde nominiert. Die Schweizer Seide holt sich mit dem Agropreis und dem Leserpreis zwei Preise. Der Saalpreis hat Agrotourismus Braggio für sich entschieden.

Die grosse Sieger der 24. Ausgabe des Agropreises ist die Schweizer Seide. 12 Bauern produzieren Schweizer Seide. Insgesamt hat das Projekt eine Preisesumme von 28'000 Franken gewonnnen. 20'000 Franken für den Hauptpreis, 5'000 Franken für die Nomination und 3'000 Franken für den Leserpreis.

17.00 Uhr: Ueli Ramseier dankt allen Involvierten, die sich für das Projekt engagieren. Sie hätten das Projekt erst möglich gemacht. Das Preisgeld von 20'000 Franken wollen die Seidenproduzenten in eine neue Abhaspelmaschine investieren. Roland Stähli, Jurypräsident, hält fest. «Querdenker sind gesucht. Innovative Menschen sind wissensdurstig, mutig, überzeugt und überzeugen», so Stähli. Es hätten sich viele Querdenkern gemeldet. Sie stellen vieles in Frage, sind unbequem. Sie probieren aus, stellen neu zusammen, sind mutig, müssen Rückschläge hinnehmen und geben nicht sofort aus. Die Jury hat 60 Projekte Folgende Kriterien hätten bei der Wahl des Siegerprojekts besondere Gewichtung erlangt: 1. Das Besondere. 2. Einen neuen Ansatz umsetzen 3. Der wirtschaftliche Erfolg. 4. Positive Auswirkungen 5. Nachhaltigkeit.

16.57 Uhr: Der Saalpreis, gewählt vom Publikum, im Wert von 2000 Franken geht an Agrotourismus Braggio.

16.56 Uhr: Der Leserpreis von «Schweizer Bauer» und «Terre&Nature» im Wert von 3000 Franken geht an die Schweizer Seide.

16.55 Uhr: Nun geht's los. Die Preis werden nun vergeben.

16.40 Uhr: Nun folgt Bauernpräsident und Nationalrat Markus Ritter (CVP/SG). Der Ostschweizer reist immer wieder gerne an den Agropreis. «Er gehört einfach dazu», hält Moderator Ueli Schmezer fest. «Ich freue mich, den Innovationspreis zu vergeben. Es ist ein sehr wichtiger Preis. Wir können zeigen, wie innovativ die Schweizer Bauern sind», so Ritter. Es sei wichtig, dass die Ideen am Markt umgesetzt werden können, betont Ritter. Die Schweiz gehöre zu den Ländern mit der höchsten Innovationsdichte. Auch Ritter kommt er auf «Chlyjogg» zu sprechen. Er habe viele Ideen umgesetzt, die sich bewährt hätten. Er lobt Ueli Maurer. Dieser habe ein grosses Herz für die Schweizer Bauern. Und er könne sich durchsetzen. Fast alle Schweizer würden sich bei Gesprächen mit ihm ihrer bäuerlichen Wurzeln besinnen. Die Bauern müssten auch in die Städte gehen und die Landwirtschaft erklären. «Wir müssen Begeisterung ausstrahlen. Dies steckt an», hebt Ritter hervor. Die Bauern müssten ihre Leistungen und Erfindergeist der Bevölkerung zeigen. 

16.35 Uhr: Die Jury zieht zur Beratung zurück. Wer wird wohl gewinnen?

16.30 Uhr: Nun folgt noch die Vereinigung Schweizer Seidenproduzenten ist nun an der Reihe. 12 Bauern ziehen die Raupen des Seidenspinners gross. Innerhalb von 25 Tagen legen sich das 10'000-fache ihres Gewichts zu. Die kleinen Tierchen sind aber heikel. Die Temperatur, die Luftfeuchtigkeit und das Fressen, die Blätter des Maulbeerbaumes, müssen den Seidenraupen genehm sein. Nachdem sich die Raupen verpuppt haben, wird der Kokon abgehaspelt. Dies geschieht zentral. In weiteren Verarbeitungsschritten wird daraus Seide produziert. Diese werden von Schweizer Verarbeiter zu Krawatten oder Brieftaschen verarbeitet. Die Seide hat aber ihren Preis. Ein Kilo Schweizer Seide kostet mit 450 Franken das Achtfache des Weltmarktpreises. Ueli Ramseier ist fasziniert von den kleinen Tierchen. «Wir produzieren einer der edelsten Produkte», so Ramseier.

16.15 Uhr: Die Familie Berta stellt nun ihr Projekt vor. Bertas haben dem Calancatal mit ihrem Agrotourismusprojekt neue Wertschöpfung gebracht. Das Dorf Braggio ist für Touristen nur mittels Seilbahn erreichbar. Abenteuer bereits vor den Ferien. Berta kombinieren ihren Berglandwirtschaftsbetrieb von 11 ha mit dem Agrotourismus. So werden die eigenen Produkte den Gästen serviert. Im eigenen Garten pflanzt Agnese Berta dafür viel Gemüse. Daneben haben Bertas noch Kühe. Mittlerweile betreibt die Bündner Familie vier Ferienhäuser. Mit viel Engagement und Mut haben dem entlegenen Gebiet neuen Auftrieb verschafft. Viele Gäste nutzen die Abgeschiedenheit des Calancatals, übrigens nur 25 Kilometer von Bellinzona entfernt, um so richtig abzuschalten.

16.00 Uhr: Als nächstes folgen die Gebrüder Räss aus dem Zürcher Weinland. Zusammen mit ihrem Vater haben sie den Betrieb komplett umgestellt. Statt Kartoffeln wurden Bio-Wildbeeren wie Aronia, Goji, Maibeeren oder Heidelbeeren gepflanzt. Sie haben damit eine Nische für sich gewonnen. Die Gebrüder gingen aber auch ein grosses Risiko ein. Eine Hektare Goji-Beere kommt auf 200'000 Franken zu stehen. In den Vollertrag kommen die Beeren aber erst in zwei Jahren. Die Bio-Beeren finden aber reissenden Absatz. Ihr Wissen mussten sich aber selber aneignen. Sie reisten dafür durch Europa. Vermarktet werden die Beeren als Tafelware oder verarbeitet im Detailhandel. Die Wildbeeren gelten als «Superfood». So sollen die Beeren viel an Antioxidantien beinhalten. Sie schützen die menschlichen Zellen. Grossen Potenzial sehen sie auch in den Felsenbirnen. Simon und Christoph Räss haben mit den Bio-Beeren den Gesundheitstrend zu Nutze gemacht. Auch die Benkener haben mit dem Medium «Film» ihren Betrieb vorgestellt.

15.45 Uhr: Nun folgen die vierminütigen Präsentationen der Nominierten. Den Anfang macht der Verein weidegans.ch. Gans und Gras scheint eine gute Mischung zu sein. Über 40 Bauern verkaufen bereits Gänse. Der Verein ist schweizweit tätig, verkauft werden die Tiere aber lokal. Die Vision des Vereins ist es, die Gänseproduktion nachhaltig zu verankern. Die Gänse ernähren sich überwiegend von Gras. Der Verein ist nun daran, auch die Zucht in der Schweiz zu verankern. Der Verein brachte die Gans zurück in die Schweiz. Mit einem gelungenen Film haben die Initiatoren ihr Projekt vorgestellt. Begonnen hatte das Projekt an der Hochschule in Zollikofen. Heute betreuen die drei Gründer das Projekt ehrenamtlich. Mit weidegans.ch bleibt die Wertschöpfung auf dem Betrieb.

15.40 Uhr: Die Neoländler aus Sumiswald im Emmental sorgen für die musikalische Unterhaltung.

15.35 Uhr: Den Nominierten wurde die Nominationsprämie von 5000 Franken überreicht. 

15.30 Uhr: «Ich hatte immer eine Affinität zum Maschinenbaue», betont Villiger aus Niederrohrdorf (AG). Neun Maschinen seien bereits in Betrieb, weitere bestellt. Die Maschinen baut er zusammen mit seinen Söhnen selber zusammen. Eine Maschine kostet übrigens 200'000 Franken. «Die Gemüsebauern können dank der Maschine viel Zeit einsparen», hält Villiger fest. Die Rückmeldungen der Produzenten seien durchwegs positiv.

15.25 Uhr: Der Spezialpreis des Schweizerischen Landmaschinen-Verbandes (Preissumme: 5000 Franken) geht an Bruno Villiger. Erstmals gewinnt eine Maschine aus dem Gemüsebau den Landtechnikpreis. Der SLV erwartet gute und nützliche Entwicklungen aus der Praxis, erklärt Laudator Bendicht Hauswirth. «Wir zeichnen eine Weltneuheit aus. Die Idee stammt von einem praktizierenden Landwirt», so Hauswirth. Die Salatwaschmaschine konnte eine Marktlücke erschliessen. «Viele Gemüsegärtner haben auf eine solche Maschine gewartet», fährt Hauswirth fort. Die Salatwaschmaschine wurde bereits mehrmals verkauft. Mehr dazu lesen in Kürze auf schweizerbauer.ch.


15.15 Uhr: Ueli Maurer, Bundesrat und Bauernsohn: «Es heimelet mr», so Maurer. Er sei früher oft auch am Agropreis dabei gewesen. Jakob Gujer (Chlyjogg) (18. Jahrhundert) sei am Anfang einer Innovationswelle der Landwirtschaft gestanden. Er hätte den Agropreis wohl den Sieg immer davongetragen. Innovation sei entstanden durch Druck. Dieser stehe oft am Anfang von Innovation. Zuerst gäbe es immer Skeptiker. Die Landwirtschaft habe ich aber im Laufe der Zeit immer den neuen Verhältnissen angepasst. Der Bundesrat gibt sich gut gelaunt. Druck erzeuge Kreativität. «Das wäre auch beim Bundesrat bei den aktuellen Sparbemühungen wichtig», so Maurer. Landwirtschaft und Innovation sei aktuelle denn je, so der Finanzminister. «Wir alle haben unsere Wurzeln in der Landwirtschaft», so der Zürcher. Die Bauern würden in der Bevölkerung viel Kredit geniessen. Maurer betont, dass die Sparbemühungen beim Bund weitergehen würden. Der Druck steige auch auf die Landwirtschaft. Deshalb sei es gut, wenn sie sich an die Werte von Chlyjogg besinne. Er sei aber zuversichtlich für die Landwirtschaft. «Wurzel, Werte und Weitsicht. Dies treffe auf die Landwirtschaft zu», so Maurer. 

15.02: Christian Rychen sagt, dass heute die Innovationen der Landwirtschaft gewürdigt werden. Der Agropreis dient innovativen Projekte als Plattform. «Die Landwirtschaft hat sehr wichtige Aufgaben für die Schweiz. Sie sichert die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmittel und hilft mit, die dezentrale Besiedelung zu erhalten», so Rychen. «Die Emmental Versicherung ist Verbündete und Partner der Landwirtschaft», fährt Rychen fest. Die Versicherung gehöre den Versicherten. Und diese profitierten durch Vergütungen. Rund 150 Landwirte arbeiten als Versicherungsagenten für das Unternehmen. Damit schafft die Emmental Versicherung für die Landwirtschaft. «Der Agropreis ist unser Königsanlass», betont Rychen.

15.01 Uhr: Ueli Schmezer eröffnet den Agropreis. 

15.00 Uhr: Nun sollte es gleich losgehen.

14.55 Uhr: Auch Bundesrat Ueli Maurer ist bereits eingetroffen. 

14.40 Uhr: in gut 20 Minuten geht es los. Die Gäste kommen nun in den Saal. Auf der Bühne ist alles bereit für die Protagonisten.

14.00 Uhr: Die ersten Gäste treffen ein. Bei den Nominierten steigt der Puls. "Für uns ist aber bereits die Nomination ein fantastische Sache", erklären die Nominierten unisono.

13.30 Uhr: Emsiges Treiben im Foyer. Die Stände werden nun fertig getrimmt. Zudem wollen Fotos gemacht werden.

11.30 Uhr: Der Agropreis wird heute von Bundesrat Ueli Maurer überreicht. 

11.00 Uhr: Im Berner Kursaal wird geprobt und aufgebaut. Die Nominierten sind voller Vorfreude. Während vier Minuten haben sie Zeit, das Publikum zu überzeugen. Ueli Schmezer nespricht mit den Nominierten den Ablauf. Wer wird wohl den Sieg davontragen? Mehr von der Verleihung lesen Sie live mittels Liveticker auf schweizerbauer.ch.


Jahr für Jahr zeigt die Schweizer Landwirtschaft ihre Innovationskraft am Agropreis. Über 60 Projekte wurden für die 24. Ausgabe eingereicht. Vier davon vermochten im Auswahlprozedere die Jury am meisten zu überzeugen. Wer Nachfolger der Familie Courtois aus Versoix GE wird, entscheidet sich am Donnerstag gegen 17 Uhr.

Die Bauernfamilie aus Versoix GE suchte in den 1990er-Jahren nach einer neuen Kultur. Sie fand sie in der Leguminose Linse. Heute verkaufen die Genfer ihr Produkt über die Direktvermarktung und über den Detailhandel.

Am Donnerstag werden wieder über 1000 Gäste im Berner Kursaal der Verleihung beiwohnen. Nebst der Spitze des Bauernverbandes wird ein Vertreter der Landesregierung am Agropreis 2016 teilnehmen. Finanzminister und Bauernsohn Ueli Maurer wird dem Gewinnerprojekt den Siegercheck überreichen. Nebst dem Agropreis wird der Leserpreis von «Schweizer Bauer» und «Terre&Nature», der Saalpreis und der Spezialpreis des Schweizerischen Landmaschinen-Verbandes.

Der Agropreis startet um 15 Uhr, gegen 17 Uhr wird der Sieger bekanntgegeben. Durch den Anlass führt der bekannte «Kassensturz»-Moderator Ueli Schmezer. Auf schweizerbauer.ch berichten wir direkt vor Ort über einen Live-Ticker über den Ausgang der Verleihung.

Preissummen

Nominationsprämie:           je 5000 Franken
Spezialpreis SLV/ASMA:         5000 Franken
Leserpreis:                         3000 Franken
Saalpreis:                           2000 Franken
Agropreis:                          20’000 Franken

In diesem Jahr sind erneut vier spannenden Projekte nominiert. Sie zeigen die Vielfalt und Transformationsfähigkeit der Schweizer Landwirtschaft. In diesem Jahr sind zwei Betriebe aus den Kantonen Zürich und Graubünden nominiert, dazu zwei Vereine.

Wildbeeren

Die Gebrüder Räss aus Benken ZH haben zusammen mit ihrem Vater den Betrieb komplett neu ausgerichtet. Statt Kartoffeln werden nun auf 25 Hektaren Biowildbeeren kultiviert. Damit haben Christoph und Simon Räss einen neuen Markt aufgebaut. Trends zu Natürlichkeit, Regionalität und Gesundheit nutzen sie aus. Die beiden sind aber ein Risiko eingegangen. Denn der Aufbau von Biowildbeeren ist kosten- und personalintensiv.

Schweizer Seide

Ein altes Handwerk kehrte dank der Vereinigung Schweizer Seidenproduzenten mit Sitz in Hinterkappelen BE
zurück und ermöglicht einen Nebenerwerb: Auf 12 Betrieben, davon 10 Bauern, werden wieder Seidenraupen aufgezogen. Die Kokons des Seidenspinners werden anschliessend zu Rohseide. Ein Schweizer Textilhersteller verarbeitet diese zu Foulards oder Krawatten, obwohl die Schweizer Seide achtmal teurer ist als jene des Weltmarkts.

weidegans.ch

Der Gänsebraten hat in der Schweiz keine grosse Tradition. Der Verein weidegans.ch mit Sitz in Zollikofen BE hat zusammen mit seinen Produzenten ein Vermarktungskonzept auf die Beine gestellt. Trotz gesamtschweizerischer Tätigkeit sind die Absatzkanäle lokal. Dank der artgerechten und extensiven Produktion, die Gans ernährt sich hauptsächlich von Gras, grenzt sich das schweizerische Produkt gegenüber der ausländischen ab.

Agrotourismus Calancatal

Das Calancatal ist wirtschaftlich nicht auf Rosen gebettet. Die Arbeitsplätze sind rar, Abwanderung entleert das Tal. Die Familie Berta nutzt die Abgeschiedenheit zu ihrem Vorteil aus. Die Verknüpfung zwischen Landwirtschaft, Ferienhausvermietung und Agrotourismus bringt Wertschöpfung nach Braggio GR.

Agropreis-Jury

Roland Stähli, Zollikofen BE, Präsident
Daniel Banga, Utzigen BE
Christian Buser, Baden AG
Anne Chevalley, Puidoux VD
Ramona Caduff-Cathomas, Degen GR
Markus Reutimann, Unterstammheim ZH
Fritz Neuenschwander, Rickenbach LU

Die Sieger der vergangenen Jahre

Sieger 2010: Bio-Knoblauch, Grossaffoltern BE
Sieger 2011: Migis Schoggi Gädeli, Kerns OW
Sieger 2012: Fasstastische Ferien, Trasadingen SH
Sieger 2013: Le Sapalet, Rossinière VD
Sieger 2014: Schweizer Edelpilze, Kerns OW
Sieger 2015: Linsen aus Sauverny, Versoix GE

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