13.11.2014 14:47
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Agropreis
Edelpilzproduzenten gewinnen Agropreis 2014!
Der Sieger des Agropreises 2014 ist bekannt. Den Siegercheck von 20'000 Franken gewinnt die Familie Häcki aus Kerns. Mit ihrem Projekt Edelpilze holten die Innerschweizer auch den Saalpreis. Der Leserpreis gewinnt Agriprakti.

Wie jedes Jahr sind vier Projekte für den Agropreis 2014 nominiert. Drei Nominierte sind in der Innerschweiz zu Hause, ein Teilnehmer wohnt im Kanton Zürich.

Begegnungs- und Erlebnishof, Familie Herger, Altdorf UR

Edelpilze, Familie Häcki, Kerns OW

Edamame und Urdinkelgras, Familie Böhler, Seuzach ZH

Agriprakti, Luzerner Bäuerinnenverband, Sursee LU

Ab 15 Uhr beginnen die Preisverleihungen. Nebst der Nominationsprämie von 5000 Franken, die jeder Projektteilnehmer erhält, werden der Agropreis, der Saalpreis und der Leserpreis von "Schweizer Bauer" und "Terre&Nature" verliehen.

15.00 Uhr: Moderator Ueli Schmezer eröffnet den Agropreis 2014. Der Kassensturz-Moderator ist gut gelaunt. Und witzelt über Swiss Olympic und deren Briefe an Bauern, die eine Bauern-Olympiade duchführen. Swiss Olympic stört sich daran, dass Bauern den Begriff Olympia benützen. Dieser sei geschützt, so Swiss Olympic.

15.05 Uhr: "Der Agropreis ist eine Plattform für innovative Bauern", führt Emmental-Versicherung Chef Christian Rychen aus. "Ein gesunder Bauernstand liegt im Interesse der Schweiz. Deshalb ist auch ein hoher Selbstversorgungsgrad im Interesse aller. Die Bauern leben zudem Werte vor, die unserem Land gut tun", fährt er fort.

15.11 Uhr: Der Spezialpreis des Schweizerischen Landmaschinen-Verbandes (SLV) wird überreicht von Bendicht Hauswirth. Der Preis wird nun "Daniel Düsentriebs der Landtechnik verliehen", führt Schmezer aus. Der SLV zeichnet Weiterentwicklungen aus. Solche, die die Wirtschaftlichkeit erhöhen und die die Arbeit erleichtern. Die Biogasanlage, die Strom und Wärme produziert, befindet sich am Genfersee. Das Projekt befasst sich um die Entwässerung der Gärreste. Mit eigener Engerie wird das Volumen reduziert. Das führt zu weniger Lagerkosten, weniger Emissionen und Einsparungen beim Düngerkauf. Die Reduktion des Volumens ist sehr wichtig, das System kann aber auch bei normalen Güllenanlagen verwendet werden. Am Verfahren besteht im In- und Ausland ist gross, das Projekt ist patentiert. Das praxistaugliche Projekt siegte klar, erklärt Hauswirth. An der Agrama wird dieses präsentiert. Gewinner ist Georges Martin aus Pidoux VD. Ausschlaggebend für den Sieg war die Energieersparnis und damit die Erhöhung der Wirtschaftlichkeit, so Hauswirth.

15.23 Uhr: Die Nominierten werden von Ueli Schmezer auf die Bühne gebieten. Der Jubel ist gross. Dei Fanclubs von Agriprakti und Edelpilze machen am meisten Stimmung. Den vier Nominierten werden nun die Nominationsprämie von 5000 Franken überreicht.

15.33 Uhr: Die Familie Herger stellt ihren Erlebnis- und Begegnungshof vor. Die ganze Familie stellt mit einer gekonnten Bild- und Bühnenshow in fünfzehn Bildern ihren Betrieb vor. Sogar einige der 90 Hühner haben den Weg auf Bern auf sich genommen. Mit 50 Franken haben die Kunden die Möglichkeit, die Tierhaltung zu unterstützen. Als Gegenleistung wird ein Gutschein für 20 Franken für den Hofladen ausgestellt. Schlüsselmoment für den Aufbau des Erlebnishofes war das Jahr 2009, als Hergers ihren Stall fertiggestellt hatten und der Milchpreis um 10 Rappen tauchte. Schritt um Schritt wurde das Konzept des Erlebnishofes umgesetzt.

15.45 Uhr: Die Familie Böhler kommt auf die Bühne. Sie stellt ihre Urdinkelgras und Edamame-Produktion vor. In Seuzach produziert er nach Bio Suisse- und Demeter-Richtlinien auch Kürbisse und anderes Gemüse. "Der Beruf Landwirt gibt mir viele Freiheiten", hält Klaus Böhler fest. Den Edamame-Trend (Sojabohnen) hat er von Asien aufgenommen. In der Schweiz ist er der einzige Produzent von Edamame. Das Urdinkelgras liefert er in die Trendrestaurants Hiltl und Tibits. In einer Bildershow bringt er den Betrieb dem Publikum näher.

16.00 Uhr: Nun folgt das Projekt der Luzerner Bäuerinnen. Das Agriprakt Hauswirtschaftsjahr bietet jungen Frauen ein sinnvolles Zwischenjahr. Die Jugendlichen werden so auch zu Botschafterinnen der Landwirtschaft. Dank dem Zwischenjahr werden die jungen Frauen auf das Berufsleben vorbereitet. Auch die Bäuerinnen können profitieren. Einerseits werden sie herausgefordert, andererseits werden sie entlastet. "Es ist eine Win-Win-Situation", führt Regula Bucheli, Präsidentin der Luzerner Bäuerinnen, aus. Mit einem Rap bringen die jungen Schülerinnen das Agri-Prakti dem Publikum näher. Coole Idee! "Wir möchten unser Projekt ausbauen und die ganze Zentralschweiz bedienen", fährt Bucheli fort.

16.10 Uhr: Nun folgt die Familie Häcki aus Kerns. Die Edelpilzprofis aus Kerns werden mit Trycheln empfangen. Häckis haben ein eigenes Substrat aus Schweizer Rohstoffen kreiiert. Zusammen mit einem Schweizer Unternehmen hat einen automatische Pilzsubstratabfüllanlage und eine Folie entwickelt. Eine weltweite Novität. Diese hat er mittlerweile in mehrfacher Ausführung verkaufen können. Zu Beginn, 1996, produzierte er 30 Kilo pro Woche. Heute sind es 3500 Kilo. Abnehmer sind Detailhandel und Gastronomie. Sepp Häcki liess sich trotz vielen Rückschlägen nicht beirren. Mit Durchsetzungskraft und Ehrgeiz schaffte Sepp Häcki und sein Sohn Patrick den Durchbruch. "Geniesst den Abend, liebes Publikum. Kauft Schweizer Pilze und macht so auch uns glücklich", so der Rat von Sepp Häcki an das Publikum. Das Ziel sei es, der hiesigen Bevölkerung ein Schweizer Lebensmittel zu liefern. Dank der Unterstützung von Privaten konnten sie ihr Projekt erfolgreich abschliessen.

16.27 Uhr Bauernverbandpräsident Markus Ritter betritt die Bühne. Der Ostschweizer zeigt sich extrem stolz über die Darbietung der Nominierten. Das Herzblut und die Begeisterung seien fantastisch. "Wir wollen zeigen, dass wir ein wichtiger Teil der Schweizer Wirtschaft sind", so Ritter. Der St. Galler findet den Weg der Nominierten zu ihrem Ziel spannend. Eine Idee ist aber keine Innovation. Dazu benötigt es Durchhaltewille und Ehrgeiz. Der Agropreis zeigt, dass die Schweizer Landwirtschaft fortschrittlich ist und neue Wege begeht. "Die Bauern sind aber bodenständig und verwurzlt", so Ritter. Diese Kombination sei herrausragend. Es habe noch viel Potential in der Landwirtschaft. Der Agropreis ist wichtig für das Image der Landwirtschaft. "Wir können der Öffentlichkeit auch zeigen, was in uns steckt", betont Ritter.

16.31 Uhr: Die Nomierten kommen wir auf die Bühne. Nun folgt die Überreichung des Leserpreises von "Schweizer Bauer" und "Terre&Nature". Den mit 3000 Franken dotierten Preis gewinnt Agriprakti von den Luzerner Bäuerinnen.

16.38 Uhr: Nun betritt der Berner Volkswirtschaftsdirektor und Landwirtschaftsdirektor Andreas Rickenbacher. "Innovation ist, wenn man den gewohnten Fahrweg verlässt und etwas ganz Neues macht. Dies stimmt mich sehr zuversichtlich für die Schweizer Landwirtschaft", so Rickenbacher. Schmezer fühlt Rickenbacher auf den Zahn. Wann waren sie das letzte Mal auf einem Hof? "Erst gerade vergangene Woche in meinem Wohnort im Berner Seeland", erklärt der Regierungsrat. Der Seeländer verleiht nun den Saalpreis. Sieger des mit 2000 Franken dotierten Preises ist die Familie Häcki und ihr Projekt Edelpilze.

16.44 Uhr: Nun folgt das Highlight des Nachmittages. Der mit 20'000 Franken dotierte Agropreis wird verliehen. Zuvor wird Jurypräsident Roland Stähli in einer Laudatio den Sieger würdigen. "Ist in der Schweizer Landwirtschaft überhaupt noch möglich? Die Antwort ist eindeutig: Die Schweizer Landwirtschaft ist innovativ. Sie entwickelt sich weiter, begeht neue Wege. Sie hinterfragt ihre Arbeit und sucht neue Ideen. Innovation kann auf unterschiedlichen Stufen erreicht werden. Auf der Ebene eines Produkts oder eines Betriebskonzept", so Stähli. Innovation zeige sich erst auf den zweiten Blick. Innovationen sind in der Landwirtschaft immer möglich. Am meisten überzeugt hat die Jury das Projekt KERNSER EDELPILZE DER FAMILIE HÄCKI AUS KERNS OW!

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