Freitag, 4. Dezember 2020
31.07.2013 06:34
Brunch

1. August: Es hat zu wenig Brunchplätze

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Von: Samuel Krähenbühl

Dieses Jahr bieten 376 Betriebe am 1. August einen Brunch auf dem Bauernhof an. Zumindest in einigen Gebieten machen aber nur noch wenige Bauern mit. Die Nachfrage übersteigt regional das Angebot bei weitem.

Dieses Jahr haben sich  376 Betriebe für die Teilnahme am 1.-August-Brunch beim Schweizerischen Bauernverband (SBV) angemeldet. Das ist im langjährigen Schnitt eher eine tiefe Zahl. Gesamtschweizerisch schwanke die  Zahl der Betriebe, die beim Brunch mitmachten, je nach Jahr irgendwo zwischen 370 und 420, erklärt SBV-Mediensprecherin Sandra Helfenstein. Die Anzahl sei aber kantonal sehr unterschiedlich: «Im Kanton Bern sind es heuer 67 Betriebe, im ebenfalls sehr ländlichen Kanton Thurgau gerade mal sechs.»

Viel mehr Gäste als Plätze

Einer dieser sechs Betriebe ist der Feierlenhof von Familie Barth in Altnau TG. Es sei deutlich spürbar, dass im Thurgau viel mehr Gäste an einem Brunch teilnehmen möchten, als Plätze zur Verfügung stünden, sagt Rita Barth. «Wir haben 300 Anmeldungen und sind damit definitiv ausgebucht», fügt sie an. Sogar im Kanton Bern, wo am meisten Bauern mitmachen, gibt es Gebiete mit nur wenigen Anbietern.

So laden im Oberaargau nur noch drei Bauern zum Brunch.  Einer der drei Betriebe gehört Susanne und Michael Zbinden aus Seeberg BE. Ganz ausgebucht seien sie zwar noch nicht, sagt Michael Zbinden auf Anfrage. «Wir bekommen aber sicher mehr als genug Gäste», schiebt er nach.

Kantonale Bauernverbände gefordert

Auch SBV-Sprecherin Helfenstein bestätigt, dass die Nachfrage beim 1.-August-Brunch grösser ist als das Angebot: «Tatsache ist, dass wir in verschiedenen Regionen eine höhere Nachfrage haben, als wir anbieten können.» Ein Grund sei das unterschiedliche Engagement der kantonalen Bauernverbände, neue Betriebe für den Brunch zu gewinnen. Dann aber auch die zunehmende Arbeitsbelastung der Bauernfamilien.

«Gerade im Hochsommer steht auf den Betrieben viel Arbeit an, und die Bauernfamilien wollen sich den zusätzlichen Stress, den die Organisation eines Brunchs mit sich bringt, nicht aufbürden», erklärt sie. Und das grosse Geld könne man mit dem Brunch auch nicht machen: «Wir empfehlen, dass ein Brunch für Erwachsene zwischen 20 bis 35 Franken kosten soll.»

Auch Rita Barth als langjährige Brunch-Organisatorin bestätigt: «Reich wird man mit dem Brunch nicht. Wir buchen die eher kleine Rendite aber auch als Marketing für unser sonstiges Angebot ab.» Schliesslich sei der Brunch für die Schweizer Landwirtschaft beste Werbung.

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